Am 21. August 2026 ist das vierte Studioalbum „Unilluminate To Illuminate“ von der finnischen Prog-Metal-Band Oddland über Frontiers Music Srl erschienen. Sicher bin ich, dass ich das erste Werk „The Treachery of Senses“ begeistert gehört habe und das zweite („Origin“) ebenso. An „Vermillion“ kann ich mich nicht erinnern. Denke, das könnte während der Pandemie und zwischen meinen eigenen Problemen tatsächlich untergegangen sein.

Passend zum Inhalt / Titel beschäftigt sich die Gruppe hier mit der Polarität der menschlichen Erfahrungen. Ohne Dunkelheit kein Licht. Ohne Schlechtes, nichts Gutes und vice versa. Keine Schatten ohne Licht. So gehören laut den Finnen Licht und Dunkelheit, Freude und Leid, Euphorie und Niedergeschlagenheit unweigerlich zusammen. Ein dauerhaftes Glücksgefühl ist weder realistisch noch unbedingt erstrebenswert. Um die eigenen positiven Seiten zu entdecken, muss man manchmal vielleicht auch in die dunklen Seiten eintauchen. Weiter besingt die Gruppe die moderne Gesellschaft und der immerwährenden Suche nach den schnellen Glücksgefühlen und der unmittelbaren Belohnung. Da werden sich das Belohnungssystem und das limbische System sicherlich bedanken. Laut Band machen erst die gegensätzlichen Erfahrungen das menschliche Leben tiefgründig.

Oddland - Unilluminate To Illuminate
Oddland Unilluminate To Illuminate

Das Album ist also nicht bloß eine Ansammlung von düsteren Geschichten, sondern eine Auseinandersetzung im philosophischen und psychologischen Kontext zu den verschiedenen Themen. Der dritte Song namens „Soar“ setzt sich beispielsweise mit der familiären Prägung und Selbstfindung auseinander. Hier ist es die Abwesenheit eines Vaters und wie ein Kind diese Leerstelle durch Erzählungen, innere Bilder und eigene Bedürfnisse zu füllen versucht. Es geht hier um Sehnsucht, Scham, Rückzug und final die eigene Stärke zu entdecken.

Die beiden titelgebenden Stücke „Unilluminate“ und „Illuminate“ folgen hintereinander weg in der Mitte des Albums. Zu erstgenannten Stück kann ich sagen, dass es von Hoffnung, Resilienz und familiäre Traumata handelt. Er erzählt von Kindern, die in zerbrochenen Familien aufwachsen und generationenübergreifende Traumata mit sich tragen. Behandelt werden mögliche Gefahren, seelische Verletzungen aber auch Schutz, Güte, Hoffnung und die Möglichkeit, trotz schwieriger Lebensumstände eine innere Stärke zu entwickeln.

„Freefall“ ist direkt vor „Unilluminate“ und handelt laut Band von: „‚Freefall‘ zeichnet das Bild eines sich wiederholenden Albtraums während einer Schlafparalyse – ein Gefühl, als würde man ewig fallen, ohne einen Ausweg. Wie bei einer hängengebliebenen Schallplatte ist man dazu verdammt, das Ganze immer wieder neu zu durchleben – mit dem Unterschied, dass man nicht aufstehen und die Situation verändern kann. Hoffentlich empfinden die Leute diesen Song als einen angenehmen ‚Albtraum‘, den man sich nur allzu gerne immer wieder anhört!“

Ich begnüge mich, dass ich das an einigen Beispiel im textlichen Sinne versucht habe zu beschreiben. Musikalisch fällt mir das schwer – abgesehen von der Einordnung in Progressive Rock/Metal. Ich finde darin zahlreiche Melodien, schöne Bass-Läufe, wunderbare Gesangsmelodien und im Allgemeinen eine auditiv wie textlich sehr ansprechende Platte, die ich noch häufiger rauf und runter hören könnte. Einfach wieder grandios abgeliefert.