Kaum eine andere Band hat den Mittelalter-Rock so geprägt wie In Extremo. Was vor mehr als drei Jahrzehnten mit Auftritten auf Mittelaltermärkten begann, entwickelte sich zu einer unfassbaren Erfolgsgeschichte. Mit ihrer Mischung aus historischen Instrumenten, traditionellen Melodien und modernen Rockelementen haben die sieben Spielleute ein Genre entscheidend mitgestaltet und längst ihren festen Platz auf den großen Festivalbühnen gefunden.
Dass In Extremo dabei auch abseits ihrer gewohnten musikalischen Pfade überzeugen können, bewiesen sie bereits vor 16 Jahren mit ihrem Akustikprojekt „Tranquilo“. Nun folgt mit „Tranquilo II“ endlich die Fortsetzung – und die ist weit mehr als eine bloße Neuauflage bekannter Songs.
Insgesamt 17 Stücke umfasst das neue Album, darunter neu arrangierte Klassiker, selten gespielte Titel und mit „Heute wird der Himmel brennen“ auch ein komplett neuer Song. Aufgenommen wurde das Ganze in einem kleinen Studio im österreichischen Dornbirn, bewusst ohne große Studioproduktion und mit dem Schwerpunkt auf dem gemeinsamen Musizieren. Unterstützung erhalten In Extremo dabei unter anderem von Oliver „SaTyr“ Pade und Niel Mitra von Faun sowie Geiger Justin Ciuche. Auch Doro Pesch, Laura Fella von Faun und Monchi von Feine Sahne Fischfilet sind als Gäste vertreten.
Bekannte Songs, überraschend anders
Wer bei einem Akustikalbum lediglich „abgespeckte“ Versionen bekannter Stücke erwartet, dürfte von „Tranquilo II“ ziemlich überrascht werden. In Extremo haben ihre Songs nicht einfach nur ihrer elektrischen Gitarren beraubt, sondern ihnen ein völlig neues musikalisches Gewand verpasst. Das Spektrum reicht dabei von ruhigen, beinahe intimen Passagen bis hin zu ausgesprochen lebhaften Arrangements, die mit Swing, Ska, Reggae und osteuropäischen Einflüssen spielen. Bemerkenswert ist vorallem, wie selbstverständlich sich diese unterschiedlichen Stilrichtungen in den typischen In-Extremo-Sound einfügen.
Musikalisch und gesanglich bewegt sich das Album auf gewohnt hohem Niveau: Die akustische Instrumentierung lässt viel Raum für Details, die in den druckvollen Rockversionen sonst gelegentlich etwas untergehen. Michas markante, raue Stimme kommt gerade in den reduzierten Arrangements noch einmal ganz anders zur Geltung und verleiht den Stücken ihren unverwechselbaren Charakter.
Ob „Spielmannsfluch“, „Frei zu sein“, „Störtebeker“ oder „Liam“: Die Neuinterpretationen klingen nicht nur erstaunlich gut, sondern lassen eingefleischte Fans so manchen längst vertrauten Song tatsächlich noch einmal ganz neu entdecken. Vor allem aber erinnert „Tranquilo II“ daran, wo In Extremo musikalisch einmal hergekommen sind. Durch den weitgehenden Verzicht auf elektrische Instrumente rücken die historischen Klänge und die ursprüngliche Spielmannskunst wieder deutlich stärker in den Vordergrund. Das wirkt weder altbacken noch wie ein nostalgischer Rückblick, sondern vielmehr wie eine ziemlich gelungene Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln.
Fazit
Mit „Tranquilo II“ ist In Extremo ein hervorragendes Akustikalbum geglückt, das bekannte Songs aus mehr als drei Jahrzehnten Bandgeschichte in einem neuen Licht erstrahlen lässt. Die Arrangements sind abwechslungsreich, musikalisch hervorragend umgesetzt und lassen trotz aller Experimente jederzeit erkennen, welche Band hier am Werk ist.
Langjährige Fans dürften vor allem an den teilweise überraschenden Neuinterpretationen ihre Freude haben. Gleichzeitig eignet sich das Album aber auch hervorragend für alle, die In Extremo bislang kaum oder nur von ihren großen Rockproduktionen kennen. Selten konnte man die musikalischen Wurzeln der Band so unmittelbar erleben.
„Tranquilo II“ ist damit nicht einfach nur ein Akustikalbum für zwischendurch, sondern eine eigenständige und ausgesprochen hörenswerte Ergänzung der In-Extremo-Diskografie.
Editionen und Akustiktour
Neben der regulären Veröffentlichung erscheint „Tranquilo II“ auch als Deluxe-CD sowie in einem streng limitierten Vinyl-Bundle. Beide Sondereditionen enthalten die exklusive Bonus-EP „Sternhagelvoller“ mit drei zusätzlichen Songs.
Neben der fast sechsminütigen Neuinterpretation von „Sternhagelvoll“, an der zahlreiche befreundete Musiker aus der Mittelalter-Rock-Szene beteiligt sind, finden sich darauf der bislang unveröffentlichte Song „Amontillado“ sowie eine gemeinsam mit der kroatischen Vokalformation Metaklapa eingespielte Version von „Ave Maria“.
Im November und Dezember gehen In Extremo außerdem auf große „Tranquilo II“-Akustiktour. Statt der üblichen großen Rockbühnen stehen dabei unter anderem der Berliner Admiralspalast, die Hamburger Laeiszhalle, die Alte Oper in Frankfurt und der Circus Krone in München auf dem Programm. Tickets zur Tour gibt es auf allen bekannten Plattformen sowie an den örtlichen Vorverkaufstellen.
In Extremo – Tranquilo II Tour 2026
06.11.2026 – A – Wien – Globe Wien (in der Marx Halle)
07.11.2026 – München – Circus Krone Bau
12.11.2026 – Nürnberg – Meistersingerhalle
13.11.2026 – Stuttgart – Hegel-Saal (in der Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle)
14.11.2026 – Berlin – Admiralspalast
17.11.2026 – Wuppertal – Historische Stadthalle
19.11.2026 – Osnabrück – OsnabrückHalle
20.11.2026 – Neubrandenburg – Konzertkirche
21.11.2026 – Halle (Saale) – Georg-Friedrich-Händel-Halle
24.11.2026 – Hamburg – Laiszhalle
02.12.2026 – Friedrichshafen – Kultur- und Kongresszentrum Graf-Zeppelin-Haus
03.12.2026 – CH – Zürich – Volkshaus
04.12.2026 – Frankfurt – Alte Oper
05.12.2026 – Dillingen – Lokschuppen
10.12.2026 – Hannover – Theater am Aegi
11.12.2026 – Erfurt – Alte Oper
12.12.2026 – Bremen – Metropol Theate















