Bei dem Buch „Goth – Die dunkle Seite des Punk“ von John Robb handelt sich um die deutsche Ausgabe von „The Art of Darkness: The History of Goth“, die 2025 im Ventil Verlag erschienen ist. Das Buch ist mit rund 624 Seiten ausgesprochen umfangreich und versteht sich nicht bloß als Musikgeschichte. Robb versucht, Goth als kulturelles Phänomen zu erklären – von seinen historischen und literarischen Wurzeln über Punk und Post-Punk bis zur heutigen Szene.
Besonders interessant ist dabei der weite zeitliche Bogen. Robb beginnt unter anderem bei:
• den Goten und dem Untergang Roms
• Lord Byron und der Romantik
• Volksmärchen und Vampirmythen
• gotischer Architektur und Malerei
• Okkultismus
• Glam Rock, Psychedelic Rock und Punk
• der Entstehung von Post-Punk und Goth Ende der 1970er/Anfang der 1980er
• der internationalen Entwicklung der Szene bis hin zu Instagram und TikTok.
Natürlich liegt ein großer Schwerpunkt auf den Musikern und Bands. Robb behandelt unter anderem Acts wie Bauhaus, The Cure, Siouxsie & The Banshees, The Sisters of Mercy, Killing Joke, The Cult, The Damned, Nick Cave & The Bad Seeds, Einstürzende Neubauten, Laibach, Fields of the Nephilim und viele weitere. Dabei kann er auf zahlreiche Interviews und eigene Erfahrungen als Zeitzeuge zurückgreifen.
Goth ist also nicht aus dem Nichts entstanden, sondern durch verschiedene Einflüsse. Darunter auch das Vorangegangene, das heute immer noch Teil der Szene ist. Nicht zwingend und immer als Option, aber deutlich vorhanden wie man beispielsweise auf dem jährlichen Wave Gotik Treffen in Leipzig sehen kann. Die ausufernden Schilderungen sind zugleich Chance aber auch Risiko. Ein bisschen mehr Wissen und Input als es vielleicht sein muss. Das ist, wie vieles, Geschmackssache.
Die Interviews sind erwartbar aber auch ein wichtiger Teil. Robb, wenngleich Interessent und Szenegänger, konnte ja nicht überall sein. Der Input des Autors ist definitiv wichtig, aber eben auch das der schon erwähnten Musiker.
Durch all das sind Verbindungen zwischen Goth als Oberbegriff und den verschiedenen Musik-Genres wie zum Beispiel Punk, Post-Punk, Industrial, Glam, Psychedelic, Wave und Co viel leichter sichtbar, irgendwie auch erlebbar, gemacht worden.
„Goth – Die dunkle Seite des Punk“ von John Robb ist keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern schafft Vorbereitungen durch die geschichtlichen Aspekte sowie Atmosphäre mit allen vorhanden Elementen. Die über 600 Seiten sind eine Ansage, aber damit werden sich Kenner liebend herumschlagen und sich alles durchlesen. Definitiv eine lohnenswerte Anschaffung – nicht nur zwingend für Szene-Menschen.














