Auch dieses Jahr öffnete das RockHarz Festival in der tollen Kulisse der Teufelsmauer (Ballenstedt) für alle Metaljünger seine Pforten. Hier der Nachbericht von Gastredakteur Thomas und Stephan

Mittwoch 05.07.

Unser Gastredakteur der quasi Anwohner ist, hat sich bereits am Mittwoch Abend auf den Platz begeben. Hier ist schon mal der erste Eindruck.

Die Anreise war richtig easy. Diesmal hat alles gestimmt, es gab keine Umleitungen und das Gelände war aus allen Richtungen gut zu erreichen. Die lästigen Kontrollen wurden auf das notwendige beschränkt und besser organisiert. Bereits am Mittwoch Nachmittag war der Zeltplatz gut gefüllt. Los gings mit Kryptos die erst mal schön eingestimmt hatten. Wir fühlten uns herzlich Willkommen geheißen.
Bloodbound machten eine gute Ansprache und aktivierten die Leute richtig gut. Noch krasser ging es dann bei Stahlmann ab. Die Massen hüpften und das komplette Publikum war in Bewegung. Der Titel Süchtig war einer der absoluten Höhepunkte. Die Fans haben die Band richtig gefeiert.
Zwischendurch habe ich mein Malequipment ausgepackt und live die Szenen eingefangen. Urban sketching kommt bei vielen Besuchern an und auch Fotografen haben zugesehen.
Orden Organ machten auch eine gute Show und ein Gunman Pappkamerad war die Deko zum gleichnamigen Hit. Die großen grauen Westernmäntel waren sicher etwas zu warm für das super Wetter in Ballenstedt aber da müssen sie durch. Alles in allem ein super Tag gewesen. Kaum zu glauben dass bereits am Mittwoch so viele Fans angereist sind um das erste fette Line up zu sehen.

 

Donnerstag 06.07.17

Der Donnerstag war nun der erste gemeinsame Tag von uns (Thomas und Stephan). Auch heute lief die Anreise und der Check-In sehr entspannt. Nach einem kleinen Fußmarsch und etwas warten, waren wir auch schon wieder bei strahlenden Sonnenschein vor der Bühne auf der Rage spielen sollten.

170706_RageRH17_8211_MBRage legten sofort los und zu meiner Schande musste ich sofort zugeben, dass im Geschichtsunterricht für Metalgeschichte gefehlt habe. Denn Urgestein Peter „Peavy“ Wagner wurde nicht mehr von Mastermind Victor Smolski an der Gitarre unterstützt. Der „Neuzugang“ vor bereits zwei Jahren heisst Marcos Rodriguez. Auch ein begnadeter Gitarrist aber leider nicht mehr ganz so virtuos wie sein Vorgänger.
Bereits ab dem dritten Lied kochte das Publikum vor Begeisterung und die Party war in vollem Gange. Klassiker wie End Of All Days, Straight To Hell und Higher Than The Sky durften natürlich nicht fehlen um das Konzert abzurunden.
Zwischendurch verpassten die Securities den Fans eine erfrischende Dusche mit dem Feuerwehrschlauch. Was den Platz am Abend an bestimmten Stellen leider in eine Schlammfläche verwandelte.

Die Band Death Angel präsentierte feinstes Metalgeschrammel. Allerdings übermannte uns die Neugier und der Hunger. Daher vergnügten wir uns auf der Fress- und Merchandisemeile. Hier gab es neben allem was der Metalfan zum anziehen braucht auch jede Menge verschiedene Leckereien zu angemessenen Preisen.

170706_HaggardRH17_8323_MBAn die Arbeit machte ich mich dann als Fotograf wieder bei Haggard. Nach einem etwas zu langem Soundcheck begann die Band mit Orchester. Es gab eine spannende Mischung voller Kontraste mit Operngesang und fettem Schlagzeug und E-Gitarre. Die Musik kam mir noch härter als auf CD vor. Wirklich sehr spezieller Sound, den die Band produziert.

170706_LacunaCoilRH17_8405_MBDann starte Lacuna Coil mit ihrem Intro. Eine Durchsage folgte durch die Lautsprecher, dass doch Insassen einer geschlossenenen psychiatrischen Abteilung entkamen und verkleidet (siehe Fotos) betrat die Band die Bühne. Die Stimmung war gigantisch und das Doppelgespann (Christina Scabbia und Andrea Ferro) peitschten das Publikum von Song zu Song immer mehr an. Auch ihre Hymne wie Heaven`s A Lie durfte nicht fehlen.

Kadavar spaltete dann den Geschmack des Publikums. Die Jungs sahen mit ihren langen Bärten nicht nur retro aus, auch die Musik war old school. So gab es eine Mischung aus Hendrix-Gitarrenrock und fettem Metal Schlagzeug. Apropos Schlagzeug – Die Band hatte direkt an der Bühne ihren Schlagzeuger geparkt, der nicht nur aussah wie das Tier aus der Muppetshow sondern auch so auf wunderschöne Plexiglasschlagzeug verhaute. Hammer geil fand ich die Musik, Freunde von mir waren eher weniger verzückt. Mein Lieblingstitel des Konzerts war Old Man.

Dann folgte eine Sturm-/Unwetterwarnung des Veranstalters. Man sollte seine Zelte noch ein mal besonders gegen Sturm sichern und bei Bedarf andere Gäste im eigenen sicheren Auto aufnehmen.

170706_ArchEnemyRH17_8695_MBNach dieser dann beinahe schon nervigen mehrfachen Durchsage krachten Arch Enemy dann los. Die Frontftrau Alissa White-Gluz war nicht nur optisch ein Leckerbissen sondern auch musikalisch. Die Band hatte sichtlich Spielspaß und freute sich nach der Albumproduktion endlich wieder über die Bühnen zu touren. Ganz zu meiner Freunde gab es auch genug der Old School Klassiker wie You Will Know My Name, We will Rise und Nemesis.

170706_InExtremoRH17_8835_MBAls dann der nächste Headliner In Extremo auf die Bühne kam, gab es erst mal lange Gesichter von uns Fotografen. Denn weil fast jeder Song von Pyros unterstützt wurde durften wir erst bei Titel 10 und 11 in den Graben. Neben neuen Songs wie Störtebecker gab es einen Querschnitte der Karriere der Band. Der Platz war voll gefüllt und die Fans sangen Vollmond, Küss mich und andere Klassiker lautstark mit. Zwischendurch gab es dann für Dr Pirmonte ein Geburtstatgsständchen der an diesem Tag einen runden Geburtstag hatte.

170707_FiddlersGreenRH17_9097_MBUnser Rauswerfer war dann Fiddlers Green. Die Folk-Rockband heizte noch ein mal das Publikum zu Höchstform an und wir machten uns auf den Weg zurück in der Bequeme Unterkunft. – Wenn es am schönsten ist, soll man ja bekanntlich gehen.

 

Freitag 07.07.17

Das befürchtete Unwetter trat zum Glück nicht ein. Uns beiden steckte allerdings der letzte Festivaltag so in den Knochen, dass wir erst mal die inneren Batterien und die Kameraakkus aufladen mussten.

170707_PainRH17_9140_MBDer Festivaltag begann dann mit Pain – Nicht Kopfschmerz – Sondern die gleichnamige Band. Zunächst lief Billy Idols Rebell Yell vom Band um das Publikum anzuheizen. Der Frontmann Peter Tägtgren stürmte danach direkt auf die Bühne und krachte ab den ersten Takten los. Eine mächtige Mischung aus Metal gepaart mit elektronischen Samples feuerte aus den Boxen und das Publikum tanzte ausgelassen. Die Band nahm aber nicht nur ihre eigene Bühne ein sondern marschierte auch immer mal auf die benachbarte Spielfläche. Zu hören gab es dabei unter anderem die Kracher The Great Pretender und The Same Old Song.

170707_MonoIncRH17_9277_MBDann wurde es richtig massentauglich mit Mono Inc. In alten Uniformen kam die Band auf die Bühne und zog, das Publikum in seinen Bann. Bei jedem Song hingen wir an den von Martin Engler. Doch auch optisch wurde schön durch das Programm geführt, was besonders für uns Fotografen eine große Freude war. Die hübsche Schlgazeugerin Katha Mia wurde leider am Ende der Bühne versteckt, daher gab es von ihr nicht wirklich viel zu sehen oder zu fotografieren. Mir gefielen besonders die Songs This Is The Day und Children Of The Dark. Im Laufe des Konzerts verkroch sich die Sonne auch langsam hinter der Teufelsmauer. Zum Glück war es heute wegen eines leichten Lüftchens nicht so warm und dadurch war der Platz auch noch mehr mit Menschen gefüllt.

170707_HeavenShallBurnRH17_9622_MBDer Höhepunkt des Tages war dann Heaven Shall Burn. Das letzte mal waren die Band vor 8 Jahren auf dem Rockharz. Die Thüringer Jungs um Marcus Bischoff waren besonders stolz, dass es so ein großes und ordentliches Festival auch im Osten des Republik gibt. Gedankt wurde es mit einem Vollgaskonzert der Extraklasse. Zwischen Flammenwänden und riesigen LED-Flakscheinwerfern sprang der Frontmann hin und her. Das Publikum bedankte sich dafür mit einer Lawine aus Crowdsurfern die das ganze Konzert anhielt. Gegen Ende gab es dann die immer wieder beliebten Kracher Final Resistance und Black Tears. Mein Herz raste vor Freude – mit Klingeln in den Ohren und leuchten in den Augen traten wir gegen Mitternacht dann den geordneten Rückzug ein.

 

Samstag 08.07.17

Der Samstag sollte es noch ein mal in sich haben. So haben Heaven Shall Burn gestern verkündet, dass Blind Guardian bereits auf dem Gelände sind. Tja, und der Frontmann Marcus freute sich besonders Valhalla zu hören. Ob es heute auf der Tracklist stand – Wer weiss. Als wir auf dem Platz ankamen strahlte die Sonne mit voller Kraft und viele versorgten sich an den zahlreichen Getränkestanden.

Unsere erste Band hieß Grave Digger. Wegen selbst verschuldeter Trödelei haben wir leider nur noch das Ende des Konzerts gesehen und daher keine Fotos in der Gallerie. Aber um ehrlich zu seien, der Frontmann Chris Boltendahl sah schon immer alt aus, daher habt ihr optisch nichts verpasst. Der Sound war aber immer noch so fett wie in den Achtzigern. Gegen Ende des Konzerts durfte dann auch noch das verkleidete Grave Digger Maskotchen (ein Totengräber) auf dem Dudelsack spielen.

Das war ein gutes Aufwärmen für die Finnen von Korpiklaani und der Platz verwandelte sich bereits ab den ersten Tönen in eine große Party. Die Finnen zogen es wirklich durch und sangen fast das komplette Konzert in ihrer doch sehr abstrakten Landessprache. Ich hab bis auf den Titel Vodka nichts mitsingen können aber egal. Zum Schluß gab es dann noch eine Covernummer von Motörhead – Iron Fist. Allerdings wurde auch dieser Song in ihrer Mischung aus Metal und Folk gespielt.

Laut und schnell ging es dann auch mit Dark Tranquility weiter. Die Band war bereits bei meinem ersten Rockharz auf dem ich als Fotograf war dabei. Dort haben sie allerdings auf der kleinen Nebenbühne gespielt. Ja, so was gab es früher mal auf dem Rockharz. Am Samstag haben sie als Headliner auf der großen Bühne gespielt und ließen das Publikum kaum Atempausen. Unter anderem gab es neben alten Stücken auch aktuelles Material ihres Albums Atoma zu hören.

Die folgende Band – Eluveitie – hab ich auch bereits auf einem frühereren Rockharz gesehen gehabt. Letztes mal konnte sie mich nicht so recht mitreißen, doch dieses mal war es anders. Die Bühne, das Publikum und der Platz verschmolzen zu einer bebenden Einheit. Spannend ist ihre Mischung auch finsterem Metalgesang, hellem Frauengesang und schnellen Double-Base-Schlagzeugrhythmen.

Dann wurde es episch mit Blind Guardian. Bereits am Vormittag hab ich mir das aktuelle Album Live Beyond The Spheres angehört um mir einen Eindruck zu machen, wie sie wohl live klingen können. Natürlich hatte ich die Band auch schon einige male live gesehen, unter anderem auf meinem ersten Wacken Open Air. Daher lag die Messlatte hoch. Dieses mal wurden meine Erwartungen jedoch mehr als Übertroffen. Wie immer gab es keinen Schnick-Schnack wie fancy Kostüme oder Feuer. Stattdessen gab es fettesten Metal. An diesem Abend spielten sie das komplette Imaginations From The Other Side Album. Der Bard`s Song durfte allerdings auch nicht fehlen. Der absolute Höhepunkt des ganzen Festivals für mich war dann Valhalla. Hier sang das Publikum lauthals den Refrain mehrfach und die meisten male alleine und lauter als die Lautsprecher der Band hergaben. Episch! Die Band war sichtlich begeistert und dankte es in dem sie den Timeslot inkl. Überspielzeit ausreizten.

Zum Entspannen und Lachen gab es für uns dann noch ein paar Songs von Feuerschwanz. Hauptmann Feuerschwanz und seine Band waren gut gelaunt und direkt los. Der Opener Sex Is Muss, war eine mehr als eindeutige Ansage, dass man genau dieses Thema auch offen und mit Humor betrachten kann. Dabei durften die leichtbekleideten Kätzchen nicht fehlen. Wir hörten dann noch Blöde Frage Saufgelage und Ketzerei bevor wir in Ruhe den Heimweg ins weiche Bettchen antraten. Und auch so ging dieses Rockharz viel zu schnell vorbei. Da bleibt einfach nur den üblichen Rhythmus Weihnachte, Silvester, Geburtstag und Rockharz abzuwarten. Wir freuen uns bereits auf das Rockharz 2018 und der 04.-07.07.18 sein bereits im Kalender markiert, wenn es das 25-jährige zu feiern gibt.