Meinung: Corona Pandemie 2020 - Solidarität zeigen

Die Corona-Pandemie hält das Jahr 2020 bislang fest im Griff. Während der Alltag schrittweise wieder Einzug hält, ist eine Sache klar: Großveranstaltungen wie Konzerte und Festivals wird es auf absehbare Zeit nicht geben. Ganz gleich ob große (wie das M’era Luna) oder kleinere Festivals (wie das Castle Rock oder Feuertal) – bis mindestens Ende August wird die Konzert- und Festivallandschaft in Zwangspause geschickt, um die Ausbreitung des Sars-CoV-2 Virus‘ zu verhindern. Gleiches gilt für Tourneen, sie werden verschoben oder gleich ganz abgesagt. Auch andere Großveranstaltungen wie das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum dürfen aufgrund der Beschränkungen nicht wie gewohnt stattfinden.

Was auf der einen Seite für die Besucher und Fans zuallererst eine Einschränkung in der persönlichen Freizeit- und Urlaubsgestaltung, und in zweiter Linie durch gebuchte Tickets, Übernachtungen und Reisen finanzielle und logistische Schwierigkeiten bedeutet, trifft auf der anderen Seite die Kunstschaffenden unverhältnismäßig schwerer.

Da Musiker und Veranstaltungstechniker gleichsam wie Standbetreiber, Schausteller und die Crews nicht nur aus Spaß an der Freude arbeiten, bringen sie diese Ausfälle in finanzielle und existenzielle Bedrängnis. Betreibern von Bars und Clubs brechen von jetzt auf gleich ihre Einnahmen weg, während die laufenden Kosten weiterbestehen.

 

Was können wir tun?

Wir alle können helfen: Mit dem Kauf von Tonträgern oder Merch oder einfach, indem man in seinem Freundes- und Bekanntenkreis Werbung macht.

Einzelne Clubs und Veranstalter bieten den Kauf von Geistertickets an, die entweder als rein symbolische Geste den Verkäufer finanziell unterstützen, oder einen Gegenwert (z.B. in Form eines Eintritts oder Freigetränks) besitzen.

Auch gibt es zunehmend Online-Aktivitäten, bei denen man mit Bands chatten oder zusammen spielen kann, während im Stream Spendengelder gesammelt werden. Mit dem 1. Online Musik Festival gibt es erstmals ein reines Online Festival mit 13 Bands am Pfingstwochenende 2020.

Auch die Nicht-Rückgabe von bereits gekauften Tickets hilft Bands wie Veranstaltern, durch diese Zeiten zu kommen – und hilft, Existenzen zu sichern! Denn nicht jeder Veranstalter hat eine Versicherung für eine Katastrophe dieser Art, die Rückerstattungskosten können den finanziellen Ruin bedeuten. Auf der anderen Seite geben die verkauften Tickets für eine gewisse Zeit Planungssicherheit und finanzielle Rücklagen. Wer also selbst nicht in eine finanzielle Schieflage gekommen ist, sollte sich zweimal überlegen, ob er das Ticket zurückgibt. Machen es nämlich alle so, könnte es im ungünstigsten Fall kein „nächstes Mal“ mehr geben.

 

Und sonst?

Wie lange uns der Corona-Spuk noch beschäftigt, vermag keiner mit Sicherheit sagen. Fest steht jedoch, dass der Verlauf der Pandemie ganz maßgeblich davon abhängt, wie wir uns als Bevölkerung verhalten. Mit steigender Ignoranz und zunehmendem Missachten der vorgegebenen Regeln steigt auch die Chance, dass die Einschränkungen uns noch wesentlich länger begleiten werden.

Bleibt gesund!

Matthias Irrgang