Seit 1997 treibt die Band schon ihr Unwesen und auch dieses Werk kann sich sehen (Artwork) aber vor allem auch hören lassen. Das Album ist schon vor zwei Jahren, genauer am 7. Juni 2024, über Season of Mist erschienen. Es ist mir erst kürzlich in den Augen gefallen und war irritiert, habe dann nachgesehen und den Player mit diesem Release gestartet. Ich quetsche das mal eben dazwischen, damit es nicht noch länger warten muss. „Torn from the Jaws of Death“ läuft jetzt seit einer Weile bei mir und es gibt ordentlich brutalen Death Metal von den Niederländern auf die Ohren.

„Die Texte dringen in die dunklen Abgründe menschlicher Verderbtheit vor und schaffen so ein Erlebnis“ heißt es in den Informationen. Textlich soll es sich, so wird später präzisiert, um folgende Themen drehen: „Auseinandersetzung mit Mord, Folter und dem Wahnsinn organisierter Religionen“. Anti-religiös geht es in „Christ Immersion“ zu, die meisten anderen Lyrics, so mein Eindruck, betreffen eher die physischen, makabren Effekte und Auswirkungen.

Severe Torture - Torn From The Jaws Of Death
Severe Torture Torn From The Jaws Of Death

Auf der Suche nach frischem Wind und dem Ziel, die Aggression und Energie einer neuen Ära einzufangen, trennte man sich 2018 in freundschaftlichem Einvernehmen von Gründungsmitglied und Schlagzeuger Seth und holte stattdessen Damiën Kerpentier in die Band. 2022 meldete sich die Band mit der EP „Fisting The Sockets“ zurück und nun gibt es mit „Torn from the Jaws of Death“ fast vierzig Minuten Death Metal auf die Ohren.

Mit Torn from the Jaws of Death liefern Severe Torture ein beeindruckendes Comeback ab, das die perfekte Balance zwischen Tradition und Fortschritt hält. Das Album atmet in jeder Sekunde die typischen Trademarks der Band und setzt kompromisslos auf das gewohnte Fundament aus unbarmherziger Double-Bass und der dem Genre eigenen Brutalität. Gleichzeitig spürt man jedoch eine deutliche qualitative Weiterentwicklung: Eingestreute, messerscharfe Melodien (für manche eher kaum wahrnehm- und hörbar) lockern das dichte Riffgewitter geschickt auf, ohne dem Sound auch nur einen Funken seiner Urgewalt zu nehmen. Ein bärenstarkes Werk, das alte Fans begeistert und zeigt, dass brutaler Death Metal auch nach über zwei Jahrzehnten noch verdammt frisch klingen kann.

Torn from the Jaws of Death von Severe Torture

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