Eigentlich war das Kapitel Mono Inc. nach den letzten beiden Alben für mich abgeschlossen. Nach Together Till The End und Terlingua war für mich ein Punkt erreicht, an dem ich mich musikalisch von Martin Engler und Konsorten derart entfremdet hatte, dass ich jeglichen musikalischen Output nach Möglichkeit vermied.

Die ersten beiden Vorabveröffentlichungen „Welcome To Hell“ und „A Vagabond’s Life“ weckten allerdings mein Interesse, da ich mich musikalisch um etliche Jahre zurückversetzt wähnte – was liegt also näher, dem neuen Werk doch eine Chance zu geben?

Mit „Welcome To Hell“ erscheint pünktlich zum Amphi Festival 2018 das zehnte Studioalbum von Mono Inc. – standesgemäß in diversen Varianten, vom MP3 Download bis zur Fanbox. Gut eineinhalb Jahre hat es nach dem letzten regulären Album gedauert – Zeit genug, sich weiterzuentwickeln, sollte man meinen.

Inhaltlich greifen Mono Inc. mit „Welcome To Hell“ die Pestepidemien auf, und hangeln sich anhand der Geschichten und Schicksale durch das Album. Dabei orientieren sich Mono Inc. endlich wieder an ihren Wurzeln und liefern ein Album ab, das musikalisch stark an Viva Hades oder After the War erinnert.

Kein einziger „Sing-Mit-Klatsch-Mit-Song“, dafür eingängige, wenngleich dunkle und rockige Songs, englische Sprache und Knaller wie „Flies“ oder „Reign Of Rats“ – „Welcome To Hell“ startet stark und überzeugt auf ganzer Linie. Ein weiteres Highlight ist die Kooperation mit Eric Fish (Subway to Sally) bei „A Vagabond’s Life“, aus der ein wunderschöner Song entstand.

Insgesamt machen Mono Inc. mit „Welcome To Hell“ alles richtig. Weg vom weichgespülten Mainstream zurück zu der Musik mit der sie groß wurden. Wer – wie ich – nach den letzten Alben am (ver)zweifeln war, sollte dem neuen Album mal eine Chance geben – es lohnt sich!