Blutengel & The Monument Ensemble - Amphi Festival 2014

Dann war es also soweit, mit dem Amphi Festival 2014 öffnete in diesem Jahr die Kultveranstaltung zum 10. Mal seine Tore für die Besucher. Für manche fing es schon am Freitag an. Als Möglichkeiten standen das historisch-dunkelromantische und inoffizielle Pre-Amphi Picknick, die Schiffsreise Call the Ship to Port oder eine der Warm up Parties zur Auswahl. Ich hatte mich für das Picknick entschieden und verlebte im Friedenspark einen wundervollen Nachmittag.

Phosgore-Amphi-Festival-2014

Am Samstag ging es dann für mich mit PHOSGORE, der ersten Band im Staatenhaus, los. Das Publikum stand bis zum 2. Pfeiler in dichteren Reihen, dahinter wurde es luftiger und auf der linken Seite war wie immer der Tanzbereich, der für 12.30 Uhr auch schon gut gefüllt war. Der Frontmann begrüßte das Publikum mit den Worten: „Köln, es ist ja noch früh, seid ihr schon gut drauf?“, was laut bejaht wurde. Während des Konzerts fragte er dann ob das Publikum auch jemanden kennt den es verabscheut, den es töten wolle. Auch dies wurde bejaht. Dann habe er das passende Lied: „20 Ways To Kill Someone“. Diese Szene während des Konzertes hat mir alles andere als gut gefallen!

Ich bin dann lieber zur Mainstage gegangen um mir SHE PAST AWAY anzusehen. Die türkische Band singt in ihrer Muttersprache. Das Darkwave-Duo überzeugte mit gutem Old School Goth Rock.

Clan of Xymox - Amphi Festival 2014Danach kamen CLAN OF XYMOX auf die Mainstage. Der Bereich vor der Bühne war recht ordentlich gefüllt.

Das Publikum stand bedächtig lauschend zu den eher ruhigen Klängen vor der Bühne, einige tanzten. Bei „In love we trust“ klatscht das Publikum mit und es kam auch deutlich mehr Bewegung in die Menge.

Lord of the Lost - Amphi Festival 2014

LORD OF THE LOST wurden angekündigt als die schönsten Sixpacks aus Hamburg, St. Pauli. Zu Beginn des Auftritts brachten zwei in Mönchskutten gekleidete Personen Kreuze (Kreuz und Petrus-Kreuz) auf die Bühne und stellten sie am linken und rechten Rand der Bühne auf.

Zur Begrüßung wurde das Publikum angeschrien „Habt ihr Bock?“ Die Reaktion war wohl nicht laut genug, so das hinterfragt wurde „Ob ihr Bock habt!“, lautes Schreien als Reaktion. Der Bereich vor der Bühne unter den Pilzen war schon sehr gut gefüllt. Der Frontmann stellet seine Bandkollegen vor und alle ernten großen Beifall. Zu „Marching Into Sunset“ kam dann Erk, der Frontmann von Hocico, auf die Bühne um mit Lord of the Lost zu performen.

Corvus Corax - Amphi Festival 2014

Die Könige der Spielleute, CORVUS CORAX, waren als nächstes dran das tanzende Volk zu unterhalten. Mit ihrer 25 jährigen Erfahrung als Musiker fiel es dem eingespielten Team nicht schwer ihr Publikum dazu zu animieren das Tanzbein zu schwingen.

Der Platz vor der Bühne war dicht gefüllt, aber das hielt niemanden ab sich zu der energetischen Musik zu bewegen. Anfänglich gab es ein Problem mit dem Mikrophon an den Trommeln, aber das wurde recht zügig behoben und der Partystimmung tat es eh keinen Abbruch.

Ich bin dann danach rechtzeitig ins Theater gegangen. Wollte mir eigentlich ursprünglich „Die Kammer“ anschauen, aber VIC ANSELMO war ein wundervoller Ersatz. Ihre Art die mir bekannten Lieder auf der Bühne anders zu interpretieren war toll und auch die neu vorgetragenen Lieder kamen super beim Publikum an.

Für die Freunde des gepflegten Aggrotechs mit einer Vorliebe für Uniformen, spielte das Österreichische Project NACHTMAHR von Thomas Rainer, auch bekannt durch L’AME IMMORTELLE, auf. Auch wenn die Band durchaus kontrovers diskutiert wird, so steht sie doch für einige ausgezeichnete Kracher Songs für die Tanzflächen von so manchem Goten Club. Das Staatenhaus war gut gefüllt und das Publikum ließ sich umgehend mitreissen. Die beiden jungen uniformierten Damen stehen zwar meistenteils dekorativ auf der Bühne herum, aber zu ‚Die Fahnen unserer Väter‘ schwangen sie dann die österreichische Fahne und weil Sex sells, boten sie später noch eine kleine Bondage-, sowie Lesbenshow dar.

Danach trat JANUS auf und es war wohl gut, dass ich eh Vic Anselmo sehen wollte, denn ich hörte, dass 200 Leute weggeschickt werden mussten, da das Theater voll war. Schon der Soundcheck mit Tobias „Toby“ Hahn am Klavier sorgte für Jubel. Janus traten zum 1. Mal auf dem Amphi auf und starteten mit dem Lied „Hotel Eden“. Der Frontmann bedankt sich beim Publikum dafür, dass es gekommen war um 2 alten Männern beim Schwitzen zuzusehen. Es war am Samstag leider wirklich sehr warm im Theater am Tanzbrunnen. Dennoch war es ein tolles Konzert, über das ich noch viel mehr hätte schreiben können, was jedoch hier den Rahmen sprengen würde. Belohnt wurden die Musiker von Janus mit tosendem Applaus und Standing Ovations.

Blutengel & The Monument Ensemble - Amphi Festival 2014

Aus dem Projekt Seelenkrank hervorgehend, gründete Chris Pohl 1998 BLUTENGEL. Im Laufe der Jahre kam es immer wieder zu Wechseln bei dem weiblichen Gesangspart, aber seit 2005 ist Ulrike Goldmann mit an Bord. Die Musik läßt sich als Electro oder Future Pop beschreiben, allerdings mit viel Gotenkitsch.

Anlässlich des 10 jährigen Jubiläums des Amphi Festivals ließ es sich Chris nicht nehmen eine besondere Show zu bieten und holte sich noch Unterstützung von klassischen Musikern auf die Bühne. Und natürlich wurde die Bühne selbst festlich hergerichtet mit vielen geschwungenen Kerzenleuchtern, altmodischen Notenständern und drapierten Tüchern in blutrot. Dicht gedrängt standen die Leute vor der Bühne und lauschten andächtig den Klängen und applaudierten ausgiebig nach jedem Lied.

Front 242 - Amphi Festival 2014

Danach ging es für mich wieder zur Mainstage, FRONT 242 sollten auftreten. Bei Beginn des ersten Liedes war zuerst der Frontmann gar nicht zu hören, dann dachte ich es läge an der Gesichtsmaske, dass es sich nicht gut anhört.

Im 2. Lied brachen Front 242 dann ihren Auftritt aufgrund technischer Probleme ab. Die Techniker des Amphi haben aber möglich gemacht, dass die Band dann doch noch auftreten konnte, auch wenn der Auftritt natürlich deutlich kürzer war als geplant, da auf der Hauptbühne um Punkt 22.00 Uhr die Auftritte beendet sein müssen.

Die Musikszene der 80er Jahre wäre undenkbar ohne MIDGE URE, auch bekannt als Mitglied der legendären Band ULTRAVOX. Während seiner langjährigen Schaffenszeit hat er in unendlich vielen Projekten mitgewirkt, daß es, sie aufzuzählen, den Rahmen sprengen würde. Und nach wie vor versteht er es sein Publikum in Bann zu ziehen. Mit seiner Band präsentierte er heute natürlich auch die bekanntesten Lieder wie ‚Fade to grey‘, If I was‘ (wo die Leute noch den Refrain weitersangen, obwohl das Lied längst schon vorbei war), ‚Vienna‘, ‚Hymn‘ und ‚Dancing with tears in my eyes‘. Besonders faszinierend finde ich wie viel Kraft er noch nach wie vor in seiner Stimme hat, die hat selbst noch die hinterste Reihe gut hören können. Bei Musikern wie MIDGE bekommt man noch richtige Qualität geboten ohne Geschnörkel.

Camouflage - Amphi Festival 2014

Als letzte Band schaute ich mir an diesem Tag dann noch CAMOUFLAGE an. Zu Beginn des Konzertes wurde das gut gefüllte Staatenhaus mit einer orchestralen Version von „The great Comandment“ begrüßt, danach riss Frontmann Marcus Meyn im weißen Anzug das Publikum mit.

Sie standen zum 4. Mal in 10 Jahren beim Amphi Festival auf der Bühne. Im nächsten Jahr wird ein neues Album von ihnen erscheinen. Als Gastsänger war dann auch noch Peter Heppner zu ‚That smiling face‘ dabei.

 

 

Damit endete der erste Tag vom Amphi Festival 2014 in Köln. Am nächsten Tag sollte es mit weiteren hochkarätigen Bands und herrlichstem Sommerwetter weitergehen – lest dazu unseren Bericht zu Tag zwei.

 

Bericht: Nicole S., Morticia Adams

Fotos: Matthias Irrgang

 

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