Led Zeppelin haben vor kurzem die letzten drei Alben der Re-Issue Reihe auf den Markt gebracht und wir vom Mindbreed Magazin durften uns das natürlich nicht entgehen lassen. Daher war meine Freude groß als ich den Brief mit den drei Alben öffnete. Als erstes stellte sich jedoch die Frage in welcher Reihenfolge ich die Rezensionen schreibe – ok, letztendlich habe ich den Zufall entscheiden lassen, und so geht es mit Presence (Erstveröffentlichung 1976) los.
Artwork: Unsere 2 CD Deluxe Edition kam im wundervoll gestalteten Digipack. Das Cover zeigt eine Familie, die eine Szene der heilen Welt darstellt. Auf der Rückseite finden wir das gleiche Bild in veränderten Farben. Das dünne Booklet bietet ein paar schöne Fotos der Band aus der Zeit der Albumveröffentlichung. Etwas langweilig ist nur das Bild auf der CDs ausgefallen, die das gleiche Motiv trägt, wie auf den beiden bereits rezensierten Alben – Der fallende Engel, der Markenzeichen der Band wurde.
Tonqualität: Die Tonqualität des Albums ist absolut top. Sowohl auf der Referenzanlage als auch im Auto macht jeder Ton beim Hören Spaß und schreit nach mehr Lautstärke.
Musik: Led Zeppelin ist eine der größten Rockbands aller Zeiten und die Alben, die Ende der Siebziger herauskamen, beschreiben den Übergang von den Gehversuchen des Rock zu den unterschiedlichen Formen des Metals. Mein persönlicher Höhepunkt des Albums kommt bereits zu Beginn. „Achilles Last Stand“ ist ein geniales 10-Minuten-Stück, was vom ersten bis zum letzten Ton durchhämmert und dabei viel Platz zum Hinhören lässt. Ich habe das Lied bereits einige Dutzend Male gehört und finde es auch als Album Opener großartig. Danach geht es eher entspannt mit „For Your Live“ weiter. Hier kommen Blueselemente zum Tragen, die auch auf den früheren Led Zeppelin Alben eine wichtige Rolle gespielt haben. Neben dem markanten Gesang Robert Plants gibt die immer wieder die dezent verzerrte Gitarre von Jimmy Page dem Song einen perfekten Klang. „Royal Orleans“ klingt dann wiederum wie eine Mischung aus den ersten beiden Songs. Hier treffen Blues Rock, Metal, Rock’n‘Roll mit einer Prise Funk aufeinander – Genial. „Nobody‘s Fault But Mine“ ist dann wieder ein alter Bekannter für mich. Ich denke jeder, der Rock liebt, kennt das stöhnende Gesangsintro von Robert. Darauf folgt ein grooviger Rhythmus und verzerrte Gitarren, die in jedem von uns schon einmal den Wunsch geweckt haben, ein solches Instrument zu beherrschen. „Candy Store Rock“ ist dann wieder eine klassische Rock’n‘Roll Nummer, die auch aus der Feder von Großmeister Elvis stammen könnte. Rockig groovig geht es mit „Hots On For Nowhere“ weiter. Auch hier füllt Robert Palmer Textlücken mit langgezogenen Wörtern und einem „lalalalaaa“. Genau das macht einfach die Lässigkeit des Sounds aus. Es scheint wirklich sch…-egal zu sein was er singt, es passt sich einfach perfekt an den Rhythmus und Melodie Songs an. Rausschmeisser ist dann „Tea For One“. Hier kommt ein sehr langsamer Rhythmus zu tragen, zu dem die Band einfach entspannt zu jammern scheint. Der Tag klingt nach einem langen Sommerabend, bei dem einem langsam die Kälte in die Glieder steigt, aber man noch keine Lust hat ins Bett zu gehen.
Die Bonus CD gibt dann noch mal Hörproben von bisher unveröffentlichtem Studiomaterial. So klingt „Two Ones Are Won“ („Achilles Last Stand“) noch etwas kantiger und tja, lasst euch überraschen!
Fazit: Auch das Album Presence stellt einen Meilenstein der Geschichte des Rocks dar. 1976 veröffentlichten Led Zeppelin dieses brillante Album mit dem genialen Opener „Achilles Last Stand“. Auch die anderen Songs haben es in sich. Man hört immer wieder Elemente des ursprünglichen Rock (Blues, Rock ´n Roll), die mit fetten Riffs, groovigen Rhythmen und fast punkartigen Gesang gepaart werden. Das Album ist genau das richtige um es nach einem harten Arbeitstag mal auf dem Sofa in ordentlicher Lautstärke zu genießen.














