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Helloween – Helloween

Helloween veröffentlichen ihr selbstbetiteltes Album. Erfahrt alles über "Helloween" auf mindbreed.de.

Nach über 35 Jahren Bandgeschichte gehen Helloween neue Wege. Zugegeben nicht unbedingt musikalisch, dafür mit allen 3 Sängern seit Bandgründung. Bereits bei den Liebe-Konzerten unter dem Banner „Pumpkins United“ sorgte diese Konstellation für Begeisterungsstürme. Nun liegt mit dem selbstbetitelten Album ein Referenzwerk vor, das erkundet werden möchte.

„Out For The Glory“ sorgt bereits nach den ersten Takten für gute Laune. Der typische Helloween-Sound kommt bei dem Opener sehr fett und amtlich rüber. Das Tempo wird bereits beim Auftakt in den oberen Bereich gelegt und sorgt dafür, dass sich der Zuhörer direkt wohlfühlt. Nachdenklich beginnt „Fear Of The Fallen“, steigert sich jedoch im Songverlauf immer mehr und sorgt mit einem mitsingbaren Refrain für eine Überraschung, die man spätestens bei den Live-Gigs voll auskosten kann. Das Spiel zwischen langsamen und schnellen Parts kann kaum eine Powermetal-Band so gut, wie die Urgesteine Helloween. Ein wahrer Brecher ist ebenfalls „Best Time“. Solider, cooler Metal, der insbesondere bei den Sommerfestivals für ordentlich Zuschauerbeteiligung sorgen wird. Gradlinig, aber niemals langweilig. Sowas wollen Powermetal-Fans auch im Jahre 2021 hören. Deutlich härter zeigt sich „Mass Pollution“. Der Bass scheppert und wird bei entsprechender Lautstärke auch die Nachbarn begeistern. Achtung, auch bei diesem Refrain besteht erhöhte Mitsing-Gefahr. Mit „Rise Without Chains“ zeigen sich die Hamburger Jungs von ihrer verspielten Seite.
Ein abwechslungsreiches Stück, das allerdings einige Hördurchläufe braucht, um richtig zu zünden. Die Hymne „Indestructible“ ist an alle Old-School Metal-Fans gerichtet. Zeitlos und derb kommt dieser Beitrag durch die Boxen und dürfte auch das kleinste Wohnzimmer in ein Mosh-Pit verwandeln. Und wie immer bei Helloween gilt: Mitsingen ausdrücklich erwünscht. Der Spannungsbogen auf „Helloween“ ist gut aufgebaut und findet seinen absoluten Höhepunkt in der Vorab-Single „Skyfall“, die sich ganz am Ende der Tracklist versteckt. Das knapp 13 Minuten Epos überzeugt durch die Vielfältigkeit und die verschiedenen Stimmungen, die sich im Songverlauf immer wieder verlieren und sich schlussendlich zu einem roten Faden zusammenfinden. Ganz großes Kino.

Fazit: „Helloween“ ist ein absoluter Meilenstein, knapp hinter „Keeper of he seven keys II“ einzuordnen, sorgt dieses Album für gute Laune und zeigt, was im Powermetal alles möglich ist. Eine Veröffentlichung, die sowohl alte, als auch neue Fans ansprechen dürfte.