Rezension: Amon Amarth – BerserkerWas soll man über Amon Amarth schreiben? Diese Band hat so ziemlich alles erreicht, was man sich nur vorstellen kann. Gestartet als Melodic Death Band hat man sich seit dem letzten Album doch eher dem Metal verschrieben. Diese Entwicklung stieß nicht nur auf Gegenliebe, da einige Fans den Ausverkauf ihrer Lieblinge fürchteten. Ob „Berserker“ es schafft, die Kritiker zu beruhigen, erfahrt Ihr hier.

Den Auftakt übernimmt ein typischer Amon Amarth Track. „Fafner’s Gold“ reiht sich nahtlos in die Diskographie der Wikinger ein. Ein temporeicher Song, der insbesondere durch Johans unverwüstliche Organ lebt. Allerdings ist hier auch die Hook nicht zu vernachlässigen. „Crack the Sky“ stellt sich ebenfalls als amtlicher Brecher heraus. Ein hypnotisches Riff und die brutalen Vocals treffen zielgenau. Der Refrain dürfte für einige Headbanging- Einlagen sorgen. Den epischen Songtitel „Mjolner, Hammer of Thor“ füllen AMON AMARTH mit ordentlich Leben. Fast schon schwerelose Gitarren bilden die Basis für einen Anspieltipp, der es in sich hat. Hier vereinen sich die neueren Trademarks dieser Band. „Shield Wall“ erinnert an den Soundtrack von „Pulp Fiction“ und erschafft eine ungewöhnliche Atmosphäre, die man in dieser Form nicht von den Nordmännern kennt. Ein eingängiges Stück, das auch seinen Platz auf der Live-Setlist finden wird. „Valkyria“ wirkt etwas blass. Ein eher langweiliger Song, der nicht wirklich zu dieser krafttrotzenden Band gehört. Schnell zum nächsten Track. Mit „Raven’s Flight“ wird man nicht enttäuscht.
Ein sattes Stück, das seine rohe Natur durch die Vocals von Johan ausleben kann. Hier sind die Wikinger in Bestform. Auch „Ironside“ kann durch seine hypnotischen Gitarrenklänge bereits im ersten Hördurchlauf überzeugen. Kurzweilig, hart und einfach gut. Zum Ende gibt es noch eine kleine Überraschung, denn Johan bringt die Vocals als Klargesang rüber. Etwas Spaß muss natürlich auch als blutrünstiger Krieger drin sein und so wird den schönen Dingen im Leben mit „Skoll and Hati“ gehuldigt. Ein temporeicher Beitrag, der immer wieder einen neuen Spannungsbogen spannt, um im Refrain zu explodieren. Die letzte Runde der CD wird mit „Wings of Eagles“. Hier sieht man vor dem inneren Auge bereits das Circle-Pit entstehen, das bei dieser Tonfolge wohl unausweichlich ist. Der Refrain wird zu einem absoluten Live-Highlight heranreifen. Das epische „Into The Dark“ macht dann schließlich den Deckel drauf. Ein typischer Song der Band, der allerdings einige Durchläufe braucht, um zu überzeugen.

Fazit: Ein neues „Pursuit Of Vikings“ ist leider nicht auf diesem Album. Dennoch zeigen Amon Amarth, dass auch 2019 mit dieser Band zu rechnen ist. Selbst die schwächeren Songs dürften bei der Konkurrenz noch Neid aufkommen lassen. „Berserker“ geht den eingeschlagenen Weg konsequent weiter und wird dafür sorgen, dass diese Band für ein breiteres Publikum von Metalheads hörbar wird.