Das Jahr neigt sich dem Ende, die Weihnachtsmärkte leuchten in der Nacht und Traditionen wiederholen sich. Für mich ging es in diesem Jahr zum ersten Mal zum alljährlichen Infernal-Weihnachtskonzert im Vega. Genauer gesagt am Samstag, den 20.12.2025, beim zweiten von drei aufeinanderfolgenden Shows in der dänischen Hauptstadt.

Den Abend eröffneten Fame Hunters. Das Duo präsentierte pumpenden Elektropop, der trotz schnell vollem Saal und dichter Nebelschwaden erstaunlich wenig zündete. Beide rackerten sich sichtbar ab, doch die gewünschte Dynamik wollte sich im Publikum nicht einstellen. Nach rund 30 Minuten endete das Set gegen 20:30 Uhr.

Nach kurzer Umbaupause übernahmen Specktors – und brachten den Saal schlagartig zum Beben. Die dänische Party-Formation kombinierte massiven Bass mit elektronischen Elementen, die stellenweise an Techno erinnerten. Die beiden Frontmänner hüpften wie entfesselt über die Bühne, suchten permanent die Nähe zum Publikum und lieferten eine perfekt choreografierte Eskalation. Gutterne und Hus durften in der Setlist natürlich nicht fehlen. Die Stimmung war nun auf Maximum, das Publikum bereit für Infernal.

Lina Rafn und Paw Lagermann betraten die Bühne sichtlich gut gelaunt – ab dem ersten Takt herrschte Ausnahmezustand. Bereits als zweite Nummer folgte der Überhit Self Control, begleitet von reichlich Posing für die Fotograf:innen. Mit I Won’t Be Crying (inklusive aggressivem Sample des Depeche-Mode-Klassikers Strangelove) erreichte die Show früh einen weiteren Höhepunkt. Dazu gesellten sich die unvermeidlichen Dudelsack-Hits Highland Fling sowie der Mega-Track Speakers On.

Die Bühnenshow war visuell massiv: großer LED-Monitor, permanente Outfitwechsel bei Lina, während Paw im Verlauf des Sets zunehmend auf Garderobe verzichtete. Beide präsentierten sich in beeindruckender körperlicher Form und inszenierten diese konsequent. Ergänzt wurde das Ganze durch permanentes Stroboskop-Flackern und Laser, die den Balkon visuell vom restlichen Saal trennten.

Fast schon nebenbei feierten Infernal gemeinsam mit Specktors ihre aktuelle Single Hjertestop auf der Bühne – einer der emotionalen Höhepunkte des Abends.

Fazit:
Ein außergewöhnlicher Konzertabend, der 90er-Vibes, Techno-Energie und kompromisslose Party vereinte. Infernal lieferten eine kontrollierte Reizüberflutung – intensiv, laut, visuell überbordend und genau deshalb vollkommen richtig. Perfekter Auftakt in die Weihnachtsferien.
Wer auch 2026 mit pumpenden Bässen in die Feiertage starten möchte, sollte sich diese Show nicht entgehen lassen. Aber Vorsicht: Die Tickets sind schnell vergriffen!

 

Infernal – Kopenhagen – 20.12.2025

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