Agonoize - E-Tropolis Festival 2017Zum nunmehr siebten Mal fand in der Turbinenhalle Oberhausen  das E-tropolis Festival statt. Für die EBM und Electro Szene ein Muss, war das Indoor Festival genau das richtige bei miesem Wetter. Trotz sumpfigen Parkplatz war man schnell innerhalb der Mauern der Turbinenhalle, aber die entspannte Atmosphäre machte das schnell vergessen.

Die Opener des E-tropolis waren Amnistia auf der Hauptbühne und 40 Minuten später Wulfband auf der Nebenbühne. Das Leipziger Trio präsentierte viele Stücke ihrer aktuellen Scheibe „Dawn“ und heizte schon am frühen Nachmittag dem Publikum ein. Weniger harmonisch, ist das was Wulfband abliefert, die Jungs in ihren Sturmhauben sind berüchtigt für Disharmonie und harten EBM.

Centhron - E-Tropolis 2017
Centhron

Das nächste Paar bildete Centhron auf der Mainstage und Cryo auf der Second Stage. Harsh-Electro vom Feinsten mit sehr expliziten Texten prägen die Setlist der beliebten Truppe um Elmar Schmidt, die Altes wie Neues präsentierte. Mit der schwedischen Band Cryo fand man dann auf der Second Stage eine eher etwas ruhigere Variante des EBM, die aber nicht weniger euphorisch von ihren angereisten Fans gefeiert wurden.

Ein Highlight des E-tropolis bildete sicherlich die sogenannte Vintage-Show des Urgesteins In Strict Confidence. Absolut minimalistisch trat die Band um Dennis Ostermann auf die Bühne und spielte vornehmlich ältere Stücke wie „Zauberschloss“ oder „Kiss your Shadow“ aus der Zeit zwischen 1996 und 2004, und begeisterte damit die Zuschauer in großem Maße. Da viele dieser alten Perlen schon lange nicht mehr live zu hören waren, wurde ISC vom Publikum gefeiert. Über 30 Jahre gibt es schon The Invincible Spirit, die als nächstes das Publikum mit ihrer Electro Wave Präsentation an der Second Stage unterhielten.

Tyske Ludder - E-Tropolis 2017
Tyske Ludder

Optisch, wie auch musikalisch ging es nun in großem Stil weiter, denn es war Zeit für Solitary Experiments. Wie gewohnt in roten Hemden wurde feinster Future Pop präsentiert, getreu nach dem Motto „serving electro sounds with attitude“. Sicher eines der Higlights des Abends, das vom Publikum auch entsprechend gefeiert wurde. Mit militärisch hartem Elektro ging es dann weiter als Tyske Ludder die Nebenstage zum kochen brachten und sich mit Klassikern wie „March“ und „Panzer“ Publikum feiern ließen.

[x]-RX - E-Tropolis 2017
[x]-RX

Gefeiert wurde anschließend auch Solar Fake, die mit ihrer Mischung aus Future und Synthie-Pop  dem Publikum viele Stücke ihres letzten Albums „Another Maniac Episode“ präsentierten und dem Tanzbein eine wahre Freude bereiteten. Mit [X]-RX ging es dann in Richtung Hardstyle und Industrial-Rave auf der Second Stage weiter, gewohnt eintönig aber durchaus tanzbar, wie das anwesende Publikum zeigen konnte.

Agonoize - E-Tropolis 2017
Agonoize

Für die nächste Band des Abends mussten wieder entsprechende Vorbereitungen getroffen werden, da es hier gewohnt-bekannt blutig werden sollte. Technik und Bühne wurden mit Folien abgedeckt um zumindest einen geringen Schutz zu bieten. Zeit für Aggrotech, Zeit für Agonoize! Los ging es aber ersteinmal mit einer unfreiwilligen Einlage von Synth Mann Olli, der beim Betreten der Bühne zielsicher durch die gespannten Folien in den Bühnengraben segelte, ein Glück ohne Folgen. Danach aber wurde die Turbinenhalle definitiv abgerissen und im Blut versenkt. Wie gewohnt eine klasse Performance die vom Publikum ausgiebig gefeiert wurde. Während Agonoize aber noch gefeiert wurden begann nebenan schon die Electro-Pop Performance von Faderhead, so das das Publikum tanzender Weise zwischen den Bühnen wechseln konnte, denn auch ihr wurde alles gegeben um die Zuhörer ordentlich zu fordern.

Covenant - E-Tropolis 2017
Covenant

Die nächsten beiden Bands und Headliner des Abends standen ganz im Zeichen des Future-Pops. Mit Covenant auf der Mainstage und Neuroticfish waren zwei absolute Klassiker auf dem E-tropolis anwesend. Während Eskil Simonsson mit aufwändiger Lichtshow und gewohnt elegantem Auftreten das Publikum mit Klassikern wie „Call The Ship To Port“ und „Figurehead“ das zweite mal dazu brachte, in ekstatischer Weise die Halle abzureißen, ging es nebenan bei Neuroticfish zwar etwas minimalistischer zu, aber nicht weniger ekstatisch. Voller Leidenschaft wurde ein Highlight der Band nach dem anderen präsentiert und spätestens nach „Velocity“ und „A greater Good“ war man verblüfft, wie schnell doch 75 Minuten Spielzeit vergehen können. Das Publikum war auf jeden Fall nach diesen beiden Bands voller Euphorie!

Front 242 - E-Tropolis 2017Den Abschluß des Abends bildete das EBM Urgestein Front242 die bis ein Uhr nochmal alles gaben um das Publikum mit ihren Klassikern wie „Headhunter“ oder „Body to Body“ einzuheizen.