Es ist gut zwanzig Jahre her, als Vendetta aus Schweinfurt ihrem Pommesgabel-Publikum ihre beiden Platten „Go & Live….Stay & Die“ und „Brain Damage“ um die Ohren gepfeffert haben. Nun, im Jahr 2007 angekommen, ist wohl scheinbar das Geld ausgegangen. Jedenfalls haben sich die vier Urmetaller wieder zusammengetan und tischen uns mit dem neuen Album „Hate“ eine CD auf, die noch ordentlich Bumms und eine gute Prise Thrash Metal ohne viel Geschörkel bietet.
Zugegeben, ich habe noch nie zuvor etwas von der Band gehört und die Hörproben auf Myspace sind auch schon in die Jahre gekommen… aber bereits der erste Song auf „Hate“, „Hannibal“, ist über alle Zweifel erhaben:
Neben dem schönen Riffgeschrammel fällt zunächst vor allem der sehr gut hörbare Bass auf und kurz darauf die ebenfalls klassisch anmutende Singweise des Sängers, die allerdings vollkommen auf Kastratenstimmlagen verzichtet und mehr in einer Art bodenständigem, aber aggressiven Halbsprechgesang die Texte einpeitscht.
In die altmodisch wirkende Musik reiht sich denn auch noch der Text selbst ein:
Zeilen wie „KILL EM ALL! KILL EM ALL! HANNIBAL!“ oder „Dead people are cool!“ wecken Assoziationen an den klassischen Heavy Metal. Später gibt es sogar eine klitzekleine textliche Hommage an „Justice for All“ von Metallica („Rise for Revolution“). So geht es dann auch thematisch weniger um irgendwelche Fantasygeschichten sondern viel mehr um Gesellschaftskritik nach Metal-Art und natürlich vor allem um Wut, Zorn, Hass… So rechnet beispielsweise „Lying Society“ mit der Heuchelei in der Gesellschaft ab und „Guerilla“ beschäftigt sich mit der Wut eines selbsternannten Freiheitskämpfers und Titeltrack „Hate“ proklamiert selbstbewusst „You want hate? Call my number – I´ve got hate for you!“. Laut Presseinfo spielt die Band Speed/Power Metal, ich aber würde sie eher in die Ecke Thrash Metal einordnen, da sie für Speed Metal eigentlich zu langsam und für Power zu knüppelnd und bodenständig spielen. Außerdem wird ordentlich mit der Gitarre geshreddert – und ist nicht gerade das typisch für Thrash?
Ehrlich gesagt muss man nach der ersten Nummer aber eigentlich gar keine Worte mehr verlieren, denn so wie „Hannibal“ klingt denn auch die gesamte Platte – Kein Scherz! Die Band hat sich nämlich bewusst dagegen entschieden ruhige Songs mit auf die Platte zu nehmen. Erklärtes Ziel war stattdessen eine Platte zu schaffen, die von vorne bis hinten rockt. Trotz dem nun aber acht thrashige, ballernde, rockende Songs auf der Platte sind, haben die Jungs es aber doch nicht ganz geschafft den kritischen Punkt zu umgehen. Nämlich den, dass bei solch einer Zusammenstellung schnell klangtechnische Langeweile aufkommt. Damit will ich jetzt nicht sagen, dass die Platte dröge und langweilig ist – dafür ist das gebotene musikalische Niveau viel zu hoch – aber dennoch hätten der CD vielleicht ein paar mehr Songs oder etwas mehr Abwechslung vielleicht ganz gut getan. Denn acht Thrash Metal-Nummern, auch wenn sie durchweg gut gelungen sind, rechtfertigen meiner Meinung nach keine 19 Euro als Kaufpreis – gerade wenn man bedenkt, dass die Songs meistens nur zwischen 3 und 5 Minuten lang sind.
Wie auch immer. Der geneigte Metalfan erhält mit „Hate“ ein ziemlich teures Album, das acht (in der limited edition neun) ordentliche und solide, insgesamt aber eher kurze Metalnummern enthält, die auf unnötiges Geschnörkel verzichten. Präsentiert bekommt man hier stattdessen durchweg thrashende Songs mit flotten, knüppelnden Beats, und einem sehr coolen Bass. Mit „Hate“ lassen Vendetta Metal im alten Stil, gekleidet in ein zeitgenössisches Gewand, auferstehen. Keine Frage, die Nummern auf dieser Platte können durchweg begeistern!
Wer hingegen nichts mit Metal anfangen kann sollte aber definitiv die Finger von dieser CD lassen!
Alle anderen bekommen Thrash Metal mit ordentlich Bumms für ihr Geld geboten, wenn auch ein wenig teuer und zeitweise etwas eintönig.












