Am 6. Februar 2026 ist „Soldatenschicksale“ von Kanonenfieber via Century Media Records erschienen. Zu Beginn des Albumtexts heißt es: „Dieses Album beinhaltet überarbeitete Fassungen von „Yankee Division“, „Der Füsilier“ und „U-Bootsmann“ + zwei neue Stücke, die als „Skagerrak“ fungieren.“ Skagerrak bezeichnet entweder einen Teil der Nordsee oder die größte Seeschlacht des 1. Weltkriegs. Und viele andere Definitionen gibt es auch noch. Ist der Schluss also richtig, dass die Stücke, die als Skagerrak fungieren, davon handeln? Egal. Vielleicht.
Kanonenfieber sagen zum Album: „In der Schule lernen wir, dass Krieg etwas Schlechtes ist. Vom Prager Fenstersturz bis zur Ermordung des Thronfolgers in Sarajevo – Krieg bedeutet immer Gewalt. Wir hören von politischen Spannungen, gewagten Feldzügen und zermürbenden Materialschlachten. Untermauert wird all das von Zahlen, so gewaltig und abstrakt, dass sie beinahe irreal wirken: 17 Millionen Tote allein im Ersten Weltkrieg.
Wenn sich der Pulverdampf vom Schlachtfeld verzogen hat, bleiben nur noch Tote zurück – keine Menschen. Doch wer war der Mann, der erschossen im Granatentrichter liegt? Wer war der kaum 17-jährige Junge, der nach einem Minentreffer im Unterstand erstickte, schreiend nach seiner Mutter? Wer war der Feldwebel, der Fahnenjunker, der Pionier – der einfache Soldat, der innerhalb weniger Sekunden sein Leben und seine Identität verlor? Ein einzelnes Schicksal, das im Schatten des „großen Ganzen“ so winzig erscheint, dass es kaum Beachtung findet.
Genau hier setzt Soldatenschicksale an.
Von der Landung der Amerikaner an der Westfront über den erbarmungslosen Winterkrieg im Osten bis hin zu den Kämpfen auf und unter der Wasseroberfläche der Nordsee – es geht um Menschen. Um Stimmen. Um Geschichten, die in Vergessenheit geraten. „Soldatenschicksale“ versammelt überarbeitete Fassungen von „Yankee Division“ (2022), „Der Füsilier“ (2023) und „U-Bootsmann“ (2023) sowie zwei neue Stücke, die als „Skagerrak“ fungieren.
Skagerrak. Die größte Seeschlacht des Ersten Weltkriegs.
Nach jahrelangem Wettrüsten zwischen dem Deutschen Kaiserreich und Großbritannien ist es am 31. Mai 1916 so weit: zwei Großmächte prallen aufeinander. In den Songs „Z-Vor!“ und „Heizer Tenner“ wird der Untergang des Kleinen Kreuzers SMS WIESBADEN geschildert, erzählt aus der Sicht eines Marinemelders und eines Heizers. Artillerie, Flammen, Maschinenlärm – und mittendrin: zwei Männer, die Teil einer Geschichte werden, die keiner überlebt.“
Da gibt es also auch mal Antworten und erweiterte Informationen zum Thema des Longplayers. Häufig ist ja fast ausschließlich Standard-Promo-Geschreibe enthalten. Das ist nicht schlimm. Gibt mir aber häufig mehr Rätsel auf. Immerhin sind hier neun Stücke, die sich alle um das Hauptthema Krieg drehen, aber zumindest aus verschiedenen Perspektiven. Als Quellen wurden wahrscheinlich wieder alte Dokumente genutzt.
Musikalisch wieder brachial wie eh und je, passend zu den krassen Geschehnissen und Schicksalen, die auf Textebene verarbeitet werden. Gefällt mir auch hier wieder ziemlich gut und hat nichts von dem Interesse eingebüßt.















