Seit einigen Jahren verfolge ich gespannt die Karriere der dänischen Band Go Go Berlin. Die Jungs beeindrucken mich bei jedem Liveauftritt immer wieder aufs Neue und auch das letzte Album New Gold hat mich schon von den Socken gehauen. Jetzt holen die Jungs zum neuen Geniestreich aus und veröffentlichen den zweiten Langspieler Electric Lives. Da durfte ich mir nicht entgehen lassen, meine Meinung dazu zu schreiben.
Artwork: Für uns gab es den Vorabstream. Ich finde das sehr düstere Cover mit dem Totenschädel nicht so passend, aber man gewöhnt sich an den Anblick. Weitere Infos kann ich noch nicht geben. Am 17.08.15 erreichte mich die die CD im schön gestalteten Digicover. Als Grundlage wurde eine matte Pappe gewählt, auf der wie oben erwähnt ein Schädel als Cover aufgedruckt ist. Das dicke Booklet beinhaltet die Songtexte. Sehr praktisch zum Mithören, auch wenn die Schriftart etwas schwer zu lesen ist. In der Mitte gibt es als besonderes Schmankerl ein paar private Fotos der Band. Wer genau hinschaut, wird einigen Spaß mit den Bildern haben.
Tonqualität: Bereits die digitale Version kam sehr gut rüber. Der Klang ist perfekt, sowohl Gesang als auch einzelne Instrumente passen gut zum rockigen Stil des Albums. Die Stimme des Frontmanns Christian Vium hört sich auf CD immer etwas anders an als live, wobei er auf diesem Album mehr nach seiner „Konzertstimme“ klingt als auf vorhergegangenen Platten – Ich weiß leider nicht, ob das technisch bedingt ist oder Absicht. Dem Klangerlebnis schadet es jedoch nicht. Nachtrag: 17.08.15 Endlich hat uns auch die gepresste Version der Scheibe erreicht. Ich weiß, technisch gesehen ist der Klang der gleiche wie auf einem guten MP3 oder WAV. Doch die Songs von der CD hören sich noch mal eine Nummer besser an. Man hört wirklich alle Details der aufwendigen und liebevollen Produktion heraus.
Musik: Das Intro „006“ ist passend zum Titel sehr an den James Bond Sound angelegt. Für manche mag das Intro etwas langatmig und füllend zu sein. Doch da ich es bereits ein paar live zu Beginn der Konzerte gehört habe, bringt es mich in die perfekte Stimmung für das restliche Album. Danach kommt mit „Maybe Tomorrow“ – Eine klassische Stadionrockhymne. Vom Stil her klingt es etwas nach Western oder Taratino Soundtrack. Darauf folgt direkt mein Anspieltipp des Albums: „Kids“ klingt zu Anfang irgendwie nach dem gleichnamigen Song von Robbie Williams und Kylie Minogue, doch bekommt dann schnell die Kurve in Richtung Rock. Dieser Song macht einfach nur gute Laune und lädt ein, vom Sofa zu springen und sich auf dem Teppich umher zu rollen. Titel 5 „Kill Me First“ passt dann auch zum düsteren Cover des Albums. Dieser Song klingt als wäre er der Soundtrack für einen Western, oder besser noch für den Retro-Western Django Unchained. Etwas groovig, mystisch wie Jim Morrison und doch rockig schleicht sich der der Sänger Christian Vium durch mein Trommelfell ins Kopfkino. Der Titelsong des Albums „Electric Lives“ ist auch wieder ein perfekter Stadionhit zum Mitsingen. Gegen Ende wird es mit „All Mine“ noch einmal etwas experimentell. Mit dem etwas abgehackten Gesang klingt der Beginn des Songs fast nach Rap, im starken Kontrast dazu stehen dann die fast discoartigen Hintergrundstimmen. Abgerundet wird das Stück durch eine quietschende Orgel – auch wieder ein Kracher. Der letzte Song “You Are The Sun“, eine romantische Lagerfeuerballade, bringt auch das Herz des härtesten Rockers zum Schmelzen.
Fazit: Mit Electric Lives präsentieren Go Go Berlin einen perfekten zweiten Langspieler. Der Hörer bekommt eine saubere Mischung aus Retro-Rock, Indie und Stadionhymnen. Ich konnte von der CD nicht genug bekommen. Das einzige, was wohl nur besser ist, ist die Band live zu hören. Also haltet die Augen nach CD und Konzerten auf, denn das ist pure Freude am Rock.



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