CD Cover Schatzsuche (high)

Eine der Hoffnungen des Mittelalterrocks sind Elmsfeuer definitiv, auch wenn die Band sich eher mit dem Freibeuterrock beschäftigt. Nach vielen umjubelten Auftritten ist es nun endlich soweit und die Debüt CD liegt vor. „Elmsfeuer“ ist zugleich Name der Band als auch der Name des Piratenschiffs, mit dem die verruchten 6 auf Kaperfahrt gehen. Nach dem Gewinn des Rock Awards auf dem „Festival Mediaval“ steht der Wind gut für die Freibeuter und sie machen keine Gefangenen.

 

Das „Intro“ entführt in eine längst vergangene Zeit und bietet die passende Einführung in eine Zeit, die längst romantisch verklärt, aber genau deshalb auch so reizvoll ist. Mit einem Augenzwinkern beginnt dann der Song „Schatzsuche“ und zeigt, dass ein Piratenleben auch nicht immer ein Zuckerschlecken ist. Aber hört die Geschichte selber und kommt an Bord. Mit der Hymne an den bekanntesten Piraten Deutschlands geht es im Anschluss auch gleich weiter.

„Klaus Störtebecker“ punktet durch eine tolle Melodie und einen harmonischen Text, der zu einem langen Abend in einer Taverne einlädt. Der passende Song für das ein oder andere Bier. Allerdings ist man im Hause „Elmsfeuer“ auch immer bodenständig und so wurde dem Piraten-Alltag mit „Das wahre Leben“ Tribut gezollt. Eine leichte Nummer, die fast schwebend daherkommt und den Küsten-Charme wiederspiegelt, wie kaum ein anderes Lied der jüngeren Vergangenheit.  Der passende Soundtrack für einen Tag, der mal nicht so läuft.  

„Tavernenspektakel“ ist der Partysong des Albums, ein Song zum Trinken, Feiern und einfach Spaß haben, so hört man doch Piraten gern. Vor dem inneren Auge entsteht sofort ein Bild voller Leichtigkeit und jeder Menge Rum.  Aber Vorsicht, dieser Song hat absoluten Ohrwurmcharakter. Etwas ruhiger wird es dann mit „Die Schlange“.

Die Problematik der Verlogenheit, die in diesem Stück behandelt wird, lässt sich ohne Problem in die Jetzt-Zeit übertragen. Ein Song, der als Rache gegenüber den Heuchlern und ehemaligen Partnern, als Manifest gefiert werden darf.  Bei Piraten darf natürlich ein Geselle auf keinen Fall fehlen, richtig „Der Klabautermann“. Das gleichnamige Stück ist ein Instrumental, wahrscheinlich aus Vorsorge, um sich nicht den Zorn dieser Gestalt auf sich zu ziehen. Selbstverständlich spielt auch die Sehnsucht auf hoher See immer eine Rolle und genau dieses Gefühl wird mit „Der Seemann“ vertont. Ein ruhiges Stück, das sich perfekt für einen Lagerfeuerabend eignet oder für einige zärtliche Stunden mit der Herzallerliebsten. „Das Seeraüberleyd“ sollte Kennern bereits bekannt vorkommen, so findet man dieses Stück auf einigen Samplern der Mittelalterszene. Und dies völlig zu Recht. Ein Lied das einfach nach vorne geht und die Lust auf einen Polka Tanz in einer schummrigen Paar ins Unermessliche steigert. „Unter’m Sichelmond“ handelt von fernen Ländern und betont dieses durch die orientalischen Klänge, ein Song über Fernweh und die Hoffnungen das Glück in der Fremde zu finden. 

„Der zerbrochene Krug“  ist ein klassisches Trinklied. Schnörkellos, aber mit genialer Melodie und einen Mitsing-Refrain.  Mit „Weltenrand“ schließt sich dann auch schon das erste Kapitel der „Elmsfeuer“.  Ein Beitrag mit dem Zitat, das diese Band wohl am besten beschreibt: „Der Teufel führt unsere Hand“. Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen.

 

Fazit: Ein absoluter Geheimtipp für alle diejenigen, die sich mit den größeren Bands des Genres nicht mehr identifizieren können. Die Texte sind immer mit einer Prise Humor und Augenzwinkern versehen. Die Melodien einfach nur gut. Die beiden Damen am Akkordeon und an der Geige liefern eine solide Arbeit ab genauso wie die Jungs an Schlagwerk und Gitarre. Ein gut gemachtes Album, das die Vorfreude auf den Sommer weitersteigert. Also: Alle Landratten an Bord und vergesst ja den Rum nicht.

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