Rezension: Dartagnan - Verehrt und VerdammtUnser Gastredakteur Thomas hat sich mal wieder einen brandneuen und umdiskutierten Scheibe gewidmet:

Die Festivals sind durch und ich wende mich wieder den Scheiben zu. Auf die zweite von Dartagnan (Verehrt und Verdammt) habe ich mich besonders gefreut. Zum Einen war ich von der ersten CD Seit an Seit voll Musketierrock begeistert, zum Anderen habe ich Feuerschwanz, die ja hinter Dartagnan stehen, beim Rockharz in Ballenstedt live gesehen. Es ist gut, das Dartagnan sich nicht krampfhaft an die Musketiergeschichte von Alexandre Dumas halten, die sehr royalistisch angelegt ist und nicht immer den Freiheitsgedanken in den Vordergrund stellt. Da mein Herz für Santiano schlägt (aber auch Powerwolf und Blind Guardian), höre ich diese Musik als Motivation im Alltag und beim Sport.
Die Musik gibt positive Energie und Kraft.

Fotos von D’Artagnan auf dem Feuertal Festival 2017 in Wuppertal. Fotograf: Matthias Irrgang

Artwork: Die drei Helden, Ben Metzner, Tim Bernhard und Felix Fischer blicken uns sitzend in Musketieruniform mit blanken Waffen ins Gesicht. Innen ist das obligate Booklet mit allen Texten zum Mitsingen und einigen schönen Bildern der Recken. Am Ende stehen Danksagungen und der Ursprung einiger Melodien der Lieder. Ich empfehle unbedingt da mal drauf zuschauen, denn das ist sehr interessant, weil einige Melodien uns sehr bekannt vorkommen, andere sehr alt sind. Ein Einlegeblatt verweist auf die nächsten Konzerte (2018). Die CD Hülle wird hinten noch mit Titelliste und den drei Freunden gefüllt. Gut finde ich das Logo mit drei Degen deren Griff ein D (Dartagnan) bilden und die Bourbonenlilie davor.

Tonqualität: Die Musik ist wieder herrlicher Mittelalter-Rock von Thomas Heimann-Trosien produziert, der auch schon Bands wie In Extremo, Saltatio Mortis, und Schandmaul herausbrachte.

Musik: Der Wechsel vom alten und neuen Melodien von Liedern, Balladen und Hymnen (Mitsingsongs) macht Verehrt und Verdammt aus.
Neue Helden braucht das Land, ist wohl war. Durch Schlagzeug und Gitarren recht modern erscheinend, ist die Musik an eine Melodie von 1580 angelehnt.
Nicht so gefallen hat mir der Titel Jubel weil mich die Begeisterung nicht mitreißen konnte. Aber wie heißt es im Text „Jede Stimme zählt“, ist das auch für jeden anders.
Etwas „Alpenrock“ klingt in Ich blick nicht zurück an. Es ist ein schönes Party Lied.
Mit der Flöte und guter Perkussion wird der Sänger der Ballade Ich steh Dir bei unterstützt. Das ist Musik wie ich sie mag (Santiano). Der Text baut auf und macht Mut.
Und es geht weiter so mit Die Nacht gehört dem Tanze. Die Traditional-Melodie wir mit traditionellen Instrumenten und modernem Rhythmus (Drums) interpretiert.
Ein schönes Lied ist Auf dein Wohl.
Wir schmieden das Eisen reißt mit und begeistert und zeigt den eigentlichen Stil der Dartagnan ausmacht. Mitreißende Gitarren und Chorgesang haben das Zeug zur Hymne. Es ist Ansporn und der Text feuert an.
Mittelalterlich sind Musik und die Geschichte im Lied Das Mühlrad angelegt.
Ein viel interpretierter Partykracher fehlt auch hier nicht. Was wollen wir trinken kennt sicher jeder schon irgendwoher. Dabei stammt das Traditional früher aus der Bretagne.
Das Lied Legenden hat eine oft bearbeitete Melodie und erinnert mich an einen populären DJ.
Ja da kann man nicht stillsitzen wenn das Lied Schinderhannes anfängt. Die Geschichte des berühmten Räubers ist toll besungen.
Sehr bekannt ist auch der schottische Klassiker „Auld Lang Syne“ der später die Hymne der Pfadfinder wurde. Hier interpretieren die Dartagnans das Lied Wer weiß mit einem Text von Hannes Wader. Schottisch bleibt das Lied durch die hervorragende Instrumentierung mit Dudelsäcken.
Ein Abschiedslied läutet das Ende ein. Das Letzte Glas ist ein leb wohl für diese Runde und ein würdiger Abschluss. „Auf bald“ singen die Helden, also erwarten wir die nächste Scheibe.

Fazit: Die erste CD hat den Stil der D’Artagnans geprägt. Da reiten die Musketiere zu Ruhm und Ehre in großartigen Hymnen. Die zweite Scheibe ist nachdenklicher und vielfältiger. Sie zitiert viel in der Tradition und probiert moderne Stile aus. Fast etwas traurig und nachdenklich kommen die Texte daher und die Fröhlichkeit und der Biss von Feuerschwanz ist verschwunden. Die Dartagnans sind erwachsen geworden und suchen ihren Weg. Insgesamt empfehle ich die CD allen, die gern auf Konzerte und Festivals gehen, auf Abenteuer aus sind und noch zu jung für üblichen Schlager. Ich bin gespannt wohin die Reise geht.

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