Seit ihrer Gründung im Jahr 1993 von den Brüdern Oliver Nikolas und Christopher Schmid hat die Band Lacrimas Profundere schon den einen, oder anderen Besetzungswechsel mit Bravour gemeistert. Nun melden sich die Erfinder des „Rock´n Sad“ mit ihrem inzwischen sechsten Album unter der Obhut von Napalm Records zurück und stellen damit gleichzeitig Roberto Vitacca, ihren neuen Mann am Mikrofon, endlich ganz offiziell vor.
Auch mit Roberto Vitacca, der dem einem oder anderen vemutlich bereits vom letztjährigen Summerbreeze Festival Auftritt bekannt sein dürfte, beweist die „wechselerprobte“ Band erneut ein glückliches Händchen in der Wahl ihrer musikalischen Mitstreiter. Der charismatische Sänger fügt sich mit seiner Stimme, irgendwo zwischen Ville Valo und Jyrki69 einfach perfekt in das musikalische Gesamtkonzept von Lacrimas Profundere ein.
Über kleinere Schwierigkeiten bei tieferen Passagen kann man dabei bedenkenlos hinwegsehen bzw. hören, entfaltet der Gesang des neuen Frontmanns doch seinen vollen Charme spätestens bei ruhigeren Stücken, wie der bittersüssen Herzschmerz-Piano-Ballade „A dead man“.
Musikalisch bleiben sich Lacrimas Profundere auch im Jahr 2008 mehr als treu und setzen mit dem aktuellen Silberling ein weiteres mal auf die altbewährte und erfolgsverwöhnte Kombination aus eingängigem Gothic-Rock, einer Prise Metal und düsteren Melodien. Dass mit diesem Sound das Rad nicht neu erfunden wurde ist den ambitionierten Musikern vollkommen klar und soll auch nicht verheimlicht werden. Aber das müssen Lacrimas Profundere auch gar nicht. Trotz spürbarer Einflüsse der musikalischen Vorbilder braucht sich diese Band keinesfalls hinter Selbigen zu verstecken. Denn Songs wie die vorab in Form eines Videoclips veröffentlichte Single „A Pearl“, oder das mit weibliche Unterstüzung als Duett interpretierte „The Shadow I once kissed“ entpuppen sich schon beim ersten Hören als absolute Ohrwurmkandidaten und können nicht nur durch brilliantes Songwriting, sondern ebenfalls durch eine mehr als saubere Produktion überzeugen. Letzteres ist natürlich nicht wirklich verwunderlich, da es den Gothic Rockern gelungen ist für die Produktion den englischen Starproduzenten John Fryer (u.a. Him, Depeche Mode, Nine Inch Nails) zu gewinnen.
Insgesamt präsentieren sich Lacrimas Profundere überraschend facettenreich. Rockige Nummern, düstere Melodien und atmosphärische Momente wechseln sich harmonisch ab und können gleichermaßen überzeugen. Die gut zusammengestellte Mischung der Songs garantiert hierbei, dass „Songs for the last view“ auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig wird, sondern vielmehr immer wieder mit der einen oder anderen noch nicht entdeckten Finesse punkten kann.
Zusätzlich zu der normalen Version, die neben einem morbiden „Krankenhaus-Herzmonitor-Intro“ noch 11 weitere Songs beinhaltet, ist „Songs for the last view“ auch als Limited Edition erhältlich. Die Limited Edition enthält 4 exklusive Bonustracks und eine Bonus-DVD mit Videos und zusätzlichem Live-Material.












