Am 22. August ist es endlich so weit – Oomph! lassen das „Monster“ los. 2 Jahre nach Veröffentlichung von „Glaube, Liebe, Tod“ meldet sich das Wolfsburger Trio mit seinem inzwischen 10. Album zurück und feiert damit sein persönliches Veröffentlichungsjubiläum in gewohnt provokant, aber nicht minder hitverdächtiger Art und Weise.

Bei der Gestaltung des Albumcovers setzten Oomph! dieses mal voll und ganz auf Fanmitarbeit. Nachdem man zuvor auf der offziellen Homepage dazu aufgerufen hatte Vorschläge für das neue Cover einzusenden, mussten Dero und Co. schlussendlich aus über 600 eingereichten Vorschlägen ihren Favoriten erwählen. Das Siegercover ziert nun ein kleiner Junge, der einen Spaten in der Hand hält. Ein durchaus gelungenes Motiv, da der nicht wirklich liebenswürdige Gesichtsausdruck des Kleinen offen lässt, ob er gerade ein Monster vergraben hat, oder aber vielleicht doch eher selbst das Monster ist.

Musikalisch setzen die Bundesvision Song Contest Gewinner aus dem Jahr 2007 auf die inzwischen altbewährte Mischung aus kräftigen Gitarrenwänden, tanzbaren Beats und eingängigen Refrains – schrecken aber auf der anderen Seite auch nicht vor experimentellen Tangoklängen, wie z.B. in dem Song „In deinen Hüften“ zurück. Auch wenn dieser typische Oomph! Sound, seit die Band sich entschloss, ihren Wurzeln in den EBM Gefilden den Rücken zu kehren, das Heer der Fans in zwei Lager spaltet – der Erfolg gibt den Braunschweigern recht. Oomph! treffen mit ihrem Style, irgendwo zwischen Rammstein und Manson, einfach genau den Zahn der Zeit.

Dabei haben Oomph! auch nach fast 20 Jahren Bandgeschichte kein Stück ihrer erfrischend frechen Songwriter Qualitäten eingebüßt. Auch auf „Monster“ reiht sich ein Ohrwurm an den nächsten. Allen voran die erste Singleausskopplung „Beim ersten Mal tut`s immer weh“. Der hämmernde Sound, in Kombination mit einem eingängigen Mitsingrefrain geht schon beim ersten Hören in Kopf und Beine und lässt einen so schnell nicht mehr los. Das dazugehörige Video hat bereits vor Albumveröffentlichung bei Presse, Fans und vorallen Dingen der FSK für einen kleinen Skandal gesorgt und wurde von letzterer sogar zensiert. Doch neben visueller Provokation in Form von Vidoclips lebt „Monster“ auch zu einem nicht unerheblichen Teil von inhaltlichen Provokationen und Tabubrüchen. Oomph! beleuchten dabei die unterschiedlichsten „Monströsitäten“, sprich seelischen Abgründe unserer Gesellschaft. Ob die düsteren, teils erotisch angehauchten Geschichten gefallen oder nicht, bleibt wohl einfach Geschmackssache und jedem selbst überlassen. Fest steht, skandalträchtige Videos und Texte machen immer neugierig und verkaufen sich deshalb doppelt gut. Und wer weiss das besser als eine Band, der wir die Erkenntniss zu verdanken haben dass Gott eigentlich auch nur ein Popstar ist.

Zusammenfassend kann man sagen, mit „Monster“ schicken Oomph! ein rundum stimmiges Album ins Rennen, das zweifelsfrei nahtlos an die Charterfolge seiner Vorgänger anknüpfen kann und wird. Dero, Flux und Crap rocken hier einfach was das Zeug hält und das klingt zumindest soundtechnisch so gut in den Ohren, dass wohl auch die Zartbeseiteteren unter uns über die eine, oder andere Provokation oder fragliche Textpassage gnädig hinwegsehen können.

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Pamela Stahl
Pamela Stahl ist ehemalige Mitarbeiterin von Mindbreed.