Nach der exklusiven Online-Single „Eva“ folgt nun die zweite Singleveröffentlichung von Nightwish in ihrer neuen Besetzung.
Lange hat es gedauert, doch nun steht mit „Amaranth“ ein weiterer Teaser für das kommende Album „Dark Passion Play“ in den Läden.
Nightwish meinen es gut mit uns, denn „Amaranth“ gibt es jetzt in gleich vier Ausfertigungen:
Als zwei Single-CDs mit unterschiedlicher Tracklist, als Single-DVD mit Musikvideo und als Single-Vinyl, welche zwar die Tracks beider Single-CDs enthält, aber nur auf einem entsprechenden Player abgespielt werden kann.
Der Titeltrack „Amaranth“ liegt auf allen Veröffentlichungen in der Album Version vor.
Hielt sich Frontfrau Anette Olzon in ihrem Debut „Eva“ noch ruhig und bedeckt, entfesselt sie jetzt ihre Stimmgewalt und liefert uns in bester Nightwish-Manier Symphonic Metal vom Feinsten. Wer bislang noch Zweifel an ihrer Eignung hegte, wird spätestens jetzt begeistert sein. Anette meistert schwierigste Gesangpassagen hervorragend und gibt sich stimmsicher. Eine wahre Freude, ein frischer Wind und eine willkommene Abwechslung im Vergleich zu Tarja Turunen, die vor gut 2 Jahren die Band verlassen musste.
Je nach Version der Single entpuppt sich der folgende Track entweder als orchestrale Variante von „Amaranth“, welche für die ruhigen Momente und Gemüter geeignet scheint, oder als „Reach“, die ursprüngliche Demoversion von „Amaranth“, gesungen von Marco Hietala. So ähnlich die Musik, so verschieden der Refrain.
Zwar bietet der Track eine gelunge Abwechslung und ein nettes Gimmick, jedoch klingt Marcos Stimme zu rauh für dieses Stück.
Wer soeben noch „Reach“ hörte, dem offenbart sich nun die orchestrale Version von „Eva“, gespielt vom London Philharmonic Orchestra. Ebenso wie bei der orchestralen Variante von „Amaranth“ eignet sich dieser Track mehr für das Hören in ruhigen Momenten: Wunderschöne und filigrane Klänge entführen den Hörer, umschmeicheln ihn und tragen ihn auf sanften Schwingen hinfort.
Weniger Glück haben in diesem Moment die Besitzer der anderen Single: Lauschte man hier soeben noch der akkustischen Version von „Amaranth“, gibt es nun die Demoversion von „Eva“ auf die Ohren. Der Gesang ist hier oftmals derart schief und daneben, dass man sich wirklich fragen muss, warum man diese Version auf eine Single gepresst hat. Nach diesem dritten Track ist hier Sense.
Mehr hingegen gibt es auf der Single mit der „Amaranth“ Demo „Reach“:
„While Your Lips Are Still Red“ heißt der finale Track, welcher der Titelsong des finnischen Films „Lieksa!“ ist. Ein eher instrumentelles Stück, bei dem Marco erneut singt. Doch ganz im Gegensatz zu „Reach“ ist dieser Marco nun sanft wie ein Lamm, von der rauhen und kraftvollen Stimme keine Spur.
Alles in allem ist Nightwish mit ihrer Singleauskopplung ein kleines Meisterwerk gelungen.
Titeltrack „Amaranth“ überzeugt durchweg und schürt die Vorfreude auf das kommende Album. Die orchestralen Versionen offenbaren eine ruhige, sanfte Seite von Nightwishs Musik und eignen sich hervorragend für den einen oder anderen ruhigen Abend.
Warum die Single-CDs unbedingt aufgeteilt werden mussten, bleibt für mich jedoch unverständlich, bis auf einen kommerziellen Hintergedanken gibt es keinen sichtbaren Grund, zumal die „Eva“ Demo nun wirklich keinen Weg auf die Single hätte finden dürfen.












