Die französische Band ALCEST sorgten bereits 2005 mit der MiniCD „Le Secret“ im Black-Metal-Underground für Aufsehen.
Wer allerdings von „Souvenirs d`un autre monde“ brachial-metallisches Gitarrenschrubben erwartet wird enttäuscht.
Umgehen können die Franzosen mit ihren Gitarren trotzdem so, als wären sie damit zur Welt gekommen.
Dabei beschränken sie sich weder auf die Standard-Metal-Riffs, noch auf folkloristisches Saitenzupfen, sondern kombinieren alles zu einem stimmigen Gesamtwerk.
Was das Label als „Yann Tiersen gepaart mit Burzum“ bezeichnet, ist genretechnisch am ehesten in Richtung Art Rock oder Acoustik Rock bzw. Metal einzuordnen.
Das Album von Alcest erinnert ein wenig an das Akustik-Album, welches Opeth vor einigen Jahren auf den Mark brachte, und dürfte auch Fans der neueren Anathema-Scheiben gefallen.
Alcest sind eben nicht die einzigen, die sich von der harten Schiene in softere Gefilde verabschieden.
Prophecy Productions selbst, bezeichnet die Musik der Franzosen zwar als beispiellos und absolut richtungsweisend, aber ganz neu erfinden sie das Rad natürlich auch nicht.
Muss ja auch nicht immer sein – Manchmal reicht es auch einfach, wenn die Musik richtig gut ist. Und das ist „Souvenir d`und autre monde“.
Für Nichtgallier: Die Übersetzung des Titels lautet „Andenken aus einer anderen Welt“, und eben das kann man beim hören der CD auch gut vorstellen.
War die Blume auf meinem Fensterbrett vorhin auch schon da? Ist da nicht gerade eine Fee vorbeigeflogen?
Sphärische und träumerische Klänge laden zum entspannen und zurücklehnen ein. Genau richtig um sich mal vom stressigen Alltag zu erholen.
Aber keine Angst: Ruhige Musik bedeutet nicht gleich depressive Musik. Zwar handelt die Musik von Multiinstrumentalist Neige auch von Nostalgie und Sehnsucht,
sie entführt aber in eine unschuldige, fast mächenhaft harmonische Fantasiewelt.
Wer sich übrigens darüber wundert, dass das Album nur 6 Tracks enthält soll hier beruhigt sein: Dafür ist jeder der Songs sieben Minuten lang.
Um ein eigenes Fantasiereich in Gedanken aufzubauen braucht man ja auch etwas länger.
Autor: Sylvia












