Tocotronic haben die Vernunft hinter sich gelassen und kapitulieren nun. Das neue Album, was am 06.07.2007 erschien, führt das weiter, was „Pure Vernunft darf niemals siegen“ anfing. Nur etwas besser.

Nachdem Tocotronic Ende und Anfang des Jahrtausends mit „K.O.O.K.“ und „Tocotronic“ auf elektronisch-experimentiellen Pfaden gewandert sind, kehren sie den Synthesizern nun den Rücken und besinnen sich auf die gute alte Gitarrenmusik. Sie beherschen ihre Instrumente besser den je. Die Klangmelodien, die die vier Musiker hier zustande bringen, sind seltsam melancholisch-selbstreflektierend getragen. Die Zeiten der Parolen ist lange vorbei, der Blick nach innen ist angesagt. Und diese wird mit dem vierten Mann Rick McPhail, der vielen Skeptikern zutrotz eine sehr große Bereicherung bei Tocotronic ist, zurück zu den Anfängen geführt, was soviele Fans sich lange erhofft haben. Tocotronic haben gut daran getan; die elektronischen Ausflüge waren interessant, aber schon sovielschichtig, dass der Hörer dazu nur spärlich Zugang gefunden hatte.

Der Ohrwurm und Namensgeber des Album „Kapitulation“ ist das Beste, was Tocotronic in den letzten Jahren zu Tage gefördert haben. Sowohl texlich als auch musikalisch war die Kapitulation noch nie so herrlich und ehrlich. Wütende Gitarren findet man zwar bloß bei „Sag alles ab“ was früheren Parolencharakter hat, aber auch der Rest sollte vor allem die Fans der ersten Stunde begeistern.

Dirk von Lowtzow jongliert wie üblich sehr intelligent mit der Sprache und bietet viel Klangbild allein durch seine Texte. In seinen metaphorischen Ausbrüchen findet man sich immer irgendwo wieder und das macht / machte Tocotronic immer eine Band zum anfassen und zum identifizieren.

Das Album gibts im Digipack auch als limitierte Edition mit DVD, worauf die Produktion des Album zu sehen ist.

Autor: Eniz

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