Wem der Name oder die Stimme dieses Projektes bekannt vorkommt, der täuscht nicht. Es handelt sich bei Purwien tatsächlich um Ex-Second Decay Sänger Christian Stephan Purwien. Der ist mit seinem Soloprojekt „Purwien“ seit dem 15. Juni 2007 auf die Menschheit losgelassen worden.
Die letzte Veröffentlichung von Second Decay ist lange her. Still ist es um den charismatischen Sänger geworden, dessen Megahit „I Hate Berlin“ noch immer in den Ohren der Fans schellt. Aber es wird auch Zeit, weiterzugehen und so kollaborierte er jüngst mit Joachim Witt, mit dem er mit „Alle Fehler“ bereits die erste Single ausgekoppelt hat.
„Eins“ beginnt mit einem von insgesamt vier, hörspielartigem Prologen über Dummheit, der von Andreas Fröhlich gesprochen wird. Dieser synchronisiert bereits seit Jahren John Cusack und dürfte einigen von den „Drei ???“ bekannt sein. Unverkennbar, unverwechselbar beginnt Purwien mit „Alle Fehler“, hier zunächst eine Version ohne Witt. Dass er keine großartigen Stilwechsel hinlegen werden wird, war vorrauszusehen und so präsentiert sich das Album in einem Electro-Synth Stil. Erinnerungen an alte Second Decay Zeiten werden wach, was allerdings an der prominenten Stimme Christian Purwien´s liegt. Viel mehr erinnert dann nicht mehr an Second Decay.
Die Texte handeln vom Bereuen und Fehlern, rückblickenden Erinnerungen, Verzweifelung, Trauer und Einsamkeit. Dabei wechselt das Tempo – mal schneller, mal langsamer. Hochpathetische Balladen, wie „So Kalt“ klingen schon sehr kitschig, aber es passt in das Konzept von „Eins“.
Mit stolzen 5 Bonustracks kommt das Album auf insgesamt 20 Tracks. Blutengel, Joke J., Welle:Erdball, Polytune und Oktonaut haben konnten jeweils als Remixer gewonnen werden.
Insgesamt ist „Eins“ ein unkompliziertes, leichtes Album geworden, was mit keinen allzugroßen Überraschungen aufwartet und sich im Hintergrund – auch durch die Hörspielatmosphäre – gut hören lässt.
Autor: Eniz












