Die Besucher vom diesjährigen WGT durften schon einen Teil der großen
Vorführung sehen. Die Anderen müssen sich noch bis zum 29.Juni gedulden,
dann erscheint der Film „Lichtgestalten“ von und über Lacrimosa als DVD
in den Läden. Am selben Tag wird der gleichnamige Soundtrack als
Doppel-Live-CD daneben stehen. Diese verspricht natürlich viel und
Mindbreed prüfte für euch, was dahinter steckt.

Das Filmprojekt ist eine Dokumentation der „Lichtgestalten-Tournee“ von
2005. Es wurden die Konzerte von 12 verschiedenen Ländern aufgezeichnet,
um einen Einblick in das Musikerleben von Tilo Wolff und Co. zu geben.
Dabei wurden einige Fragen aufgeworfen, zum Beispiel, wie nichtsprachige
Länder auf Lacrimosas Texte reagieren, oder was bei Autogrammstunden und
in Hotelzimmern alles geschehen kann. Außerdem gibt es auf diesem
Silberling, als kleinen Bonus, einen Film über die Kinopremiere in
Leipzig. Endlich kann man zugucken, wie Andere einen Film schauen! Der
Großteil des Konzepts ist nicht unbedingt das Neuste, aber dürfte für
Fans sicher ganz interessant sein.

Die erste CD enthält neben den klassischen Liedern wie „Lichtgestalten“
oder „Letzte Ausfahrt: Leben“ eine Version von „The Party Is Over“, in
der Tilo Wolff selber zur Trompete greift, oder eine teilweise spanische
Version von „Durch Nacht und Flut“. Auf der Anderen befinden sich
weitere Konzertaufnahmen, die nicht auf der DVD zu sehen sind.

Natürlich ist das „Lacrimosa Theme“ der Auftakt der Shows und erzeugt
eine anhaltende Spannung. Das Publikum wartet auf mehr. Sie wollen, dass
es endlich losgeht. Darauf folgen Stücke wie der „Schakal“, die eine
theatralisch-melancholische Stimmung erzeugen. Das Lied mit dem
schwerfälligen Takt trottet langsam vor sich hin und schießt
anschließend zu einem Höhepunkt hoch, der das Publikum begeistert. Songs
wie „Alles Lüge“ sind da schon etwas flotter. Gitarre, Bass und Drums
stehen hier gemeinsam mit der Stimme im Mittelpunkt. Das Lied wirkt
schon fast etwas poppig, was man vom Text nicht sagen kann. Besonders
schön sind auch die Duette mit Anne Nurmi, wie in „Not Every Pains Hurt“
oder „The Turning Point“. Melancholische Melodien erfüllen die Luft,
ihre Stimme ist sanft, wenn auch etwas weinerlich. Lacrimosa ist zwar
immer etwas melancholisch aber nicht vollkommen einseitig. Das beweist
„The Party Is Over“, in dem ein markantes Merkmal die Trompete ist, die
dem Lied das gewisse Extra gibt. Ansonsten ist die Struktur des Songs
identisch mit den meisten von Lacrimosa. Natürlich werden nicht auf
emotionale Dramas verzichtet bei so einer theatralischen Show. Ein gutes
Beispiel ist „Letzte Ausfahrt: Leben“, was mit Violine und Chorgesängen
diese Atmosphäre verstärkt.

Außerdem wird durch dezentes Glockenspiel im Hintergrund noch ein
I-Tüpfelchen aufgesetzt. Genau so sphärisch klingt auch „Komet“. Um dem
Publikum echten Hörgenuss zu bieten, werden Elemente, wie Orgel eingesetzt.

„Durch die Nacht und Flut“ gehört zu den gängigen Liedern der Show. Sie
schleichen etwas vor sich hin, eine Art Atempause. Zu den wahren
Highlights gehört natürlich der Titel-Track „Lichtgestalt“. Ein
stampfender Takt, leicht militärisch, eröffnet das Hörspiel. Später
wechselt es leichtfüßig, fast fliegend, zu einer Art Tanz. Tilo zeigt
hier besonders gut, wie er spielerisch mit seiner Stimme jonglieren kann.

Fazit: Der Fan wird hier ein wahres Schau- und Hörspiel erleben. Die
Tracks übermitteln genau das, was man sich unter dem Titel „Lichtjahre“
vorstellt. Künstler genauso wie Fans brauchen wirklich nicht für
Lacrimosas Zukunft schwarzsehen, … der Weg wird ihnen lange erleuchtet
bleiben.

Hinweis: Rezension anhand der Promo-CD des Doppelalbums.

Autor: Norma

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