Blind Myself passt eigentlich gar nicht in die Musik der schwarzen Szene, sondern ist ein knüppelhartes Metal Album. Von bekannten Metal-Magazinen in den Himmel des Album des Monats gehoben, werfen wir einen seitlichen Blick auf die Ungarn.
1995 gegründet und bereits zwei ungarische Awards für das Album des Jahres und Produktion des Jahres 2006 haben sie sich ihre Lorbeeren mit einer reichhaltigen Erfahrung in Sachen Veröffentlichungen und Bühnenerfahrung (u.a. Support von Slayer und Sepultura) verdient.
2007 wird man auch in Deutschland auf die vier aufmerksam und so veröffentlicht Tiefdruck-Music im März 2007 „Ancient Scream Therapy“ und sorgt damit hoffentlich für Aufwind unter den Headbangern.
An sich unterscheiden sich Blind Myself in den ersten drei Songs nicht sonderlich von den üblichen Metal Bands. Viele Einflüsse aus dem Speed- und Trashmetalbereich paaren sich hier mit Nu-Metal Elementen. Sänger Gergely Toth hat ein gewaltiges Stimmorgan und zeigt auf gerade auf dem Titeltrack seine Bandbreite, bevor er drei Songs vorher alles zu Feinstaub niedergeknüppelt hat.
Die erste Atempause gibt es mit „The Agony Of My Nice Side“. Mit einem knapp 1:30 Minütigen Intro lassen Blind Myself es eher ruhiger angehen. Akzente werden bei „The Buried Alive Excercise“ gesetzt, was einen sogleich an Machine Head erinnert. Überraschenderweise setzt eine Sängerin ein, die sogleich das Lied aus der Metalecke transponiert. „Judgement 2021“ will hingegen den Kopf nicht so richtig zum bangen bringen.
Fremd klingt das (vermutlich auf ungarisch gesungene) „Solyomszemmel“, was nicht nur an der fremden Sparche, sondern auch wegen dem völlig unpassenden Wechsel des 4/4 Taktes zum 3/4 Takt mitten drin liegt.
Ob Blind Myself auf deutschem Boden tatsächlich Wurzeln schlagen werden, wagt man zu bezweifeln. In dem schier undurchdringelichen Dschungel an Metalformationen jeglicher Sparte muss man ein dickes Fell haben und hervorstechend sein. Zuviele in der Art von Blind Myself sind gekommen und wieder gegangen. Wünschen würde man es ihnen.
Autor: Eniz












