Die neue Remix-EP von Front Line Assembly ist ein direkter Nachkomme des erst letztem Jahr erschienenen Albums „Artificial Soldier“. Aber FLA wären nicht FLA, würden sie die remixten Stücke aus dem letzten Album nicht noch um einige bislang unveröffentlichte Stücke erweitern.

Zunächst einmal muss man sagen, dass die kompletten Remixe bei weitem nicht an FLA herankommen und sie allenfalls tangieren. Die Stücke sind zu extrem tanzbaren Kleinoden aufgeblasen worden.
Beginnend mit „Unleashed“, einer Mindless Remix Version von Sebastian Komer klingt etwas zu übersteuert, aber reizt durchaus die Tanzfläche zu stürmen.
Gewöhnungsbedürftig und aus dem Rahmen fallend ist der DJ (?) Acucrack mix. Mit ziemlich nervigem Break-Beat klingt es eher nach einem Rausschmeisser. „Beneath the Rubble“ von Combichrist hingegen zeigen wieder einmal mehr, dass sie sich längt in der Elektroszene etabliert haben und drücken dem Song ihren eigene Stempel auf, ohne jedoch die Atmosphäre des FLA-Originales zu zerstören.

Der Anti-Social Mix von Jeremy Inkel ist ein 7 Minuten langes Elektrobrett, was sich in seiner anfänglichen monotonen Form erst beinahe zum Ende hin verändert und nicht besonders gut ins Ohr geht. Der Portion Control Remix von „Lowlife“ stellt sich hier als ein unzugängliches teils atmospährisches, teils kompliziert arrangiertes Stück dar, worauf man meiner Meinung nach hätte verzichten können.
Track Nummer 8, der Kearley Edit von Dan Kearley, reiht sich leider in die der bislang nicht ganz überzeugenden Vorgänger ein. Greg Reely kann den Karen allerdings wieder aus dem Dreck ziehen und weckt die Lebensgeister wieder. Zusammen mit „Unleashed“ und „Beneath the Rubble“ das überzeugendste Stück.
Zu guter letzt noch der Covenant Remix von „Storm“. Typisch Covenant, wie man es bereits seit Jahren kennt.

Das Herzstück dieser mit 70 Minuten überlangen EP stellen hier ganz klar die neuen Songs „Electric Dreams“, „Armageddon“ und „Unconscious“ dar.

„Electric Dreams“ kommt in bester FLA Manier daher. Mit einer beeindruckten Keyboardfläche beweisen Rhys Fulber und Bill Leeb, dass sie die relativ schwache Zeit um „Epitah“ wieder wettmachen können, werden und es auch tun. SO kennt man FLA und so liebt man sie.

„Armageddon“, das zweite unveröffentlichte Stück, schickt seine Vorboten langsam ins Rennen und entlädt seine Energie nach einem anfänglichen, undurchdringlichen komplizierten Arrangement. Mit überraschenden teilweisen deutschen Texten, besonders im Refrain, und spätestens in der zweiten Hälfte wird man an „Millenium“ und „Hard Wired“ Zeiten erinnert, sofern man sich noch auf seinem Sitz halten kann.

Den Abschluß bildet das dritte und letzte unveröffentlichte Stück „Unconscious“. Ein langsames, mit Samples angereichertes, instrumentales und recht FLA typisches Stück, das allerdings jetzt nicht der große Hocker-Reisser ist.

Fazit: Eine normale EP mit diesen drei Stücken hätte es meiner Meinung nach auch getan. Die Remix-Stücke überzeugen, bis auf drei Ausnahmen nicht. Dafür wird man allerdings mit den neuen Stücken doppelt entlohnt. Eine EP eindeutig für FLA Fans, die ihre Sammlung komplettieren wollen.

Autor: Eniz

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