Die Schweizer Metal-Band Stoneman hat nach Abschluss ihrer bislang erfolgreichsten Headliner-Tour eine unbefristete Pause angekündigt. In einem offiziellen Statement bedankt sich die Band für über 20 Jahre Bandgeschichte, mehr als 200 Konzerte in zahlreichen europäischen Städten sowie sieben Studioalben.

Gleichzeitig erklären die Mitglieder, das Projekt „bis auf Weiteres“ ruhen zu lassen.

Als Gründe nennt die Band vor allem persönliche Erschöpfung nach einer langen und intensiven Phase. Man sei „müde und erschöpft“, zugleich aber „im Reinen und zufrieden“ mit dem bisher Erreichten. Die Entscheidung zur Pause sei final getroffen worden. Ein konkreter Zeitpunkt für eine mögliche Rückkehr wurde nicht genannt.

Der Ankündigung ging in den vergangenen Monaten eine öffentliche Kontroverse voraus. Im Herbst 2025 war es bei einem Konzert in Erfurt zu Diskussionen gekommen, nachdem Bassist Mähna ein Shirt mit Antifa-Symbolik getragen hatte. Daraufhin veröffentlichte die Band zunächst ein – mittlerweile gelöschtes – Statement, das in sozialen Netzwerken teils stark kritisiert wurde. In der Folge kam es zu einem Shitstorm gegen den Musiker und die Band.

Am 23. Dezember 2025 veröffentlichte Stoneman ein weiteres Statement, in dem sie ihre grundsätzlich antifaschistische Haltung betonten und das erste Statement als „aus dem Affekt wenig durchdacht“ bezeichneten. Zudem erklärten sie, politische Symbole künftig auf Konzerten vermeiden zu wollen, um den Fokus auf die Musik zu legen. Gleichzeitig machten sie deutlich, dass sich Sänger Mikki und Bassist Mähna in einem konstruktiven Dialog befänden und der öffentliche Umgang mit der Situation als unangemessen empfunden werde.

Nachdem sich die Emotionen vom Konzert gelegt haben und der Shitstorm auf Social Media seinen Höhepunkt gefunden hat, möchten wir als Band Stoneman Folgendes klarstellen:
Wir sind schon immer eine Band gewesen, für die eine antifaschistische Haltung Grundkonsens unseres Schaffens ist. Seit 20 Jahren.
Faschismus bedroht die Vielfalt einer alternativen Musikszene und das Fundament des Zusammenlebens. Wer uns kennt, weiß auch, dass viele Posts aus der Vergangenheit zu diesem Thema alles andere als nur ein Lippenbekenntnis sind. Wir sind uns der gesellschaftlichen Spaltung gerade auch in Ostdeutschland bewusst, was z. B. dazu führt, dass sich hinter dem Antifa-Signet ein breites Spektrum von linksliberal bis linksextrem verortet. Nicht nur, weil es für uns als Schweizer schwer ist, die jeweils regionalen Befindlichkeiten und Positionierungen zu verstehen, hatten wir uns entschlossen, politische Aussagen und Symbole auf unseren Konzerten zu meiden, damit jeder mit unserer Musik einfach in erster Linie Spaß hat, anstelle über politische Aspekte unseres Künstlerdaseins zu sinnieren. Das von uns unmittelbar nach den Geschehnissen in Erfurt gepostete Statement war daher aus dem Affekt wenig durchdacht und entspricht in keiner Form unserer freiheitlichen und liberalen Haltung von Vielfalt in der Band. Der Shitstorm, der über unseren Bassisten wegen dieses Posts hereingebrochen ist, sowie der Shitstorm über die Band selbst, war nicht nur unfair, sondern den Geschehnissen nicht angemessen. Mikki (der Sänger) befindet sich mit Mähna (dem Bassisten) in einem freundschaftlichen und konstruktiven Dialog, um die Geschehnisse aufzuarbeiten.
 
Wir wünschen euch allen ein frohes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und freuen uns auf die kommenden Konzerte.
 

In der aktuellen Ankündigung zur Bandpause werden diese Ereignisse nicht ausdrücklich genannt. Stattdessen liegt der Schwerpunkt auf der langjährigen Belastung durch Tourneen, Veröffentlichungen und organisatorische Anforderungen. Die Band spricht von „sehr anstrengenden und turbulenten Zeiten“ und verweist auf die emotionale und körperliche Erschöpfung.

Stoneman betonen in ihrem Abschiedsstatement auf Zeit die enge Verbindung zu ihren Fans, Partnern und Wegbegleitern. Die Musik und die Freundschaft innerhalb der Band sollen unabhängig von der Pause bestehen bleiben.

Nach der soeben gespielten und erfolgreichsten Headliner-Tour überhaupt sagen wir Danke!
 
Danke für mehr als 20 Jahre Bandgeschichte, weit über 200 Shows in unzähligen Ländern und Städten wie Paris, Berlin, London, Helsinki, Neapel, Madrid, Budapest, Belgrad, St. Petersburg bis Moskau etc. sowie 7 Studioalben – fährt das Schiff zurück in den Hafen.
 
Glückliche, unglaublich erfreuliche, aber auch sehr anstrengende und turbulente Zeiten liegen in den letzten Wochen, Monaten und all den Jahren hinter uns. Nach dieser langen und überaus intensiven Bandzeit haben wir uns final dazu entschlossen, das Projekt STONEMAN am heutigen Tage, auf unbestimmte Zeit und bis auf Weiteres zu pausieren.
 
Wir sind tief im Inneren im Reinen und zufrieden – aber auch unglaublich müde und erschöpft.
Es blutet das Herz.
 
Euch – unseren Fans und Freunden, die uns immer unterstützt haben, sowie all unseren Partnern – gilt unsere ganze Liebe.
 
Was für immer bleibt, sind die Musik und die Freundschaft. Danke!

 

Ob und wann Stoneman wieder aktiv werden, bleibt offen. Aktuell befindet sich das Projekt laut eigener Aussage auf unbestimmte Zeit im Ruhezustand.

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Matthias Irrgang
Von Anfang an dabei, lag mein Hauptaugenmerk zunächst vor allem auf der technischen Realisation des Magazins. Inhaltlich habe ich mich über die Jahre vom Allrounder weg, hin zu den Bereichen Konzertfotografie und Newsredaktion entwickelt. Man trifft mich regelmäßig vor den Bühnen diverser Clubs in NRW, sowie auf meinen Pflichtfestivals (M'era Luna, Amphi Festival).