Suicide Commando auf dem E-Tropolis Festival 2019. Fotograf: Matthias Irrgang

Das E-Tropolis Festival 2019 rief wieder einmal nach Oberhausen – und gut 4.000 Besucher folgten dem Ruf in die Turbinenhalle, wo am 16. März 2019 unter anderem Apoptygma Berzerk, Suicide Commando, Die Krupps uvm. spielten.

Als Opener traten die vom Amphi Festival 2018 bekannten ES23 auf – doch wieder einmal stellte sich der Verkehr zwischen mich und das Lineup, sodass ich auch dieses Mal den Auftritt verpasste.

Daher eröffneten für mich Priest, die sympathischen Maskenträger, die mir erstmalig letztes Jahr auf dem Amphi Festival auffielen. So ganz sprang der Funke allerdings nicht über, sodass ich ganz froh war, Rroyce auf der kleinen Bühne besuchen zu können.

Mit [X]-Rx, dem Dauerbrenner auf den Protain-Festivals, ging es dann richtig los. 6 Auftritte bei 8 aufeinander folgenden Festivals – die Jungs machen wohl einiges richtig. Und so verwunderte es kaum, dass die Halle am frühen Nachmittag gut gefüllt und zu den Beats von [X]-Rx auch ordentlich am Feiern war.

Apropos Amphi-Festival: Dort „durfte“ ich letztes Jahr auch die nachfolgende Band, Synthattack, kennenlernen. Long story short: Bis auf die tänzerischen Darbietungen ein Gig, auf den ich durchaus verzichten kann. Musikalisch ist das nämlich nach wie vor nichts.

In der großen Halle starteten mittlerweile Velvet Acid Christ ihren Auftritt. Die Helden meiner Jugend wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, allerdings blieb es hier leider beim „Hören“, denn VAC versteckten sich auf einer dunklen Bühne mit viel Nebel. Dennoch ein tolles Erlebnis!

Mit Solar Fake ging es für mich nach einer Pause weiter. Eine Band, die ich einfach immer wieder sehen kann.

Das aktuelle Album, „You win – who cares?“ stand bei den drei Jungs an diesem Tag deutlich im Mittelpunkt, wobei natürlich Hits wie „Not what I wanted“ nicht fehlen durften.

Wer sich eine härtere Gangart wünschte, bekam den Bass auf der 2nd Stage um die Ohren gedrückt. Dort hatten sich mittlerweile Centhron eingefunden und legten eine ordentliche Performance hin.

Gut aufgewärmt ging es direkt wieder zur Hauptbühne, wo sich Suicide Commando anschickten, das Finale einzuläuten. Auch nach über drei Dutzend besuchten Konzerten werde ich dem Projekt von Mastermind Johan van Roy nicht überdrüssig. Eine audiovisuelle Performance sondergleichen, die das Publikum von den ersten Takten mitriss.

Ähnlich sieht es mit Die Krupps aus, die an diesem Tag jedoch erstmal durch eine gut zehnminütige Verzögerung glänzten. Dafür gab es im Anschluss eine Show der Extraklasse und einen erstaunlich gut abgemischten Sound.

Auch wenn Welle:Erdball normalerweise von mir eher links liegen gelassen werden, so wollte ich der aktuellen Besetzung auch einmal eine Chance geben. Und was soll ich sagen: Ich habe es nicht bereut! Eine gute Songauswahl, sowie eine tolle Show mit klasse Licht – das rief Erinnerungen an alten Zeiten wach.

Doch nichts geht für mich über Apoptygma Berzerk, und so brach ich meine Zelte in der kleinen Halle ab, um einen guten Platz beim Headliner zu ergattern. Dabei hätte es das nichtmal gebraucht, denn wie auch bei Velvet Acid Christ gab es dank roter Nebelwand wenig zu sehen – dafür aber umso mehr zu hören und zu feiern.

Apoptygma Berzerk lieferten ein grandioses Konzert mit einer musikalischen Zeitreise durch die 30-jährige Bandgeschichte und feierten mit ihren Fans bis in die frühen Morgenstunden.

Während die letzten Klänge verhallten, lief in der kleinen Halle bereits die Aftershow-Party mit DJ Donlevi, der das gute halbe Dutzend Tänzer bespaßte. Für uns hieß es nach einem ereignisreichen Tag den geordneten Rückzug ins Hotel antreten. Nächstes Jahr sehen wir uns wieder, auf dem E-Tropolis Festival 2020.

Bericht: ES/AC
Fotos: Matthias Irrgang