Beschaulich beginnt die musikalische Reise in die synthetische Traumwelt des elektronischen Musikprojektes des amerikanischen Komponisten Brett Branning.

Der Opener mit dem etwas sperrigen Namen „Glittered rippies from the depths“ setzt auf sanfte Elektronik, eine verträumte Athmosphäre und engelsgleichen weiblichen Gesang. Perfekt deckt sich die Stimmung dieses ersten Titels mit derer des mystischen Elfenbildes, welches das CD-Cover zu „Mechanical Serpent“ ziert. Doch wer nun bereits den weiteren musikalischen Verlauf zu kennen glaubt, irrt gewaltig. Denn wenn es eines gibt was Mister Branning offenbar unbedingt vermeiden will, so ist dies sich dem Vorwurf stellen zu müssen, ein eintöniges Album produziert zu haben.

Bereits beim zweiten Song wird der Beat wesentlich härter, gleichzeitig allerdings noch durch orchestrale Elemente, die sich vorsichtig hinzugesellen, um Stück für Stück die Überhand zu gewinnen, entschärft. Ein wenig weist dieser Song charakteristische Züge von klassischer Filmmusik auf. Fast können wir vor unserem geistigen Auge tapfere Elfen (oder möglichweise auch Elben) in einen düsteren Krieg ziehen sehen.


Doch spätestens der dritte und erste deutschsprachige Song „Auf dem See“ entpuppt sich als reine Tanzbodennummer und alle Elfen, Hobbits und sonstige Märchenwaldbewohner sind kurzerhand und unwiderruflich in die Flucht geschlagen.

Auch im weiteren Verlauf kombiniert der Künstler munter harsche Beats mit Neoklassikelementen und düsterem Ambientsound. Leider wirken die musikalischen Sprünge dabei teilweise so bemüht, dass es fast anstrengend wird sich auf immer wieder neue Marschrichtungen einzustellen. So ist man schlussendlich ganz froh über die Tatsache, dass „Mechanical Serpent“ nicht mehr als 9 Songs mit einer Gesamtspielzeit von knapp 45 Minuten aufzuweisen hat.


Insgesamt ein durchwachsenes Album, bei dem der symphonische Opener, der einen allerdings auf eine falsche Fährte locken wollte, definitiv am meisten überzeugen konnte. Dass sich hier aber noch eine ganze Menge Potential verbirgt, beweist alleine schon die Tatsache, dass Mastermind Brett Branning bereits zahlreiche Remixe für namhafte Bands wie Suicide Commando, oder Rabia Sorda beisteuern durfte.

Auf die eine oder andere Art werden wir von diesem Künstler also auf alle Fälle noch hören.

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