Am 25. März diesen Jahres verkündete die Metalcore Band Still Remains auf ihrer Myspace Präsenz die Auflösung der Band unmittelbar nach der derzeit laufenden US-Tour, die am 30. April 2008 enden wird. Persönliche Beweggründe, aber keinesfalls Streitigkeiten unter den einzelnen Bandmitgliedern, hätten zu der Entscheidung geführt, zukünftig in unterschiedliche Richtungen zu blicken und vorallem auch zu gehen. Gleichzeitig bedanken sich die Amerikaner bei ihren Fans für den Support über die Jahre hinweg und bitten nochmal um Selbigen auf ihrer Abschlusstournee.

Das Album „The Serpent“, mit dem sich die 6 Jungs aus Michigan im Sommer 2007 nach zweijähriger musikalischer Schaffenspause zurückgemeldet hatten, dürfte also allen Anschein nach das letzte Lebenszeichen in dieser Form aus dem Hause Still Remains sein.

Rein instrumental beginnt „The Serpent“ mit dem gleichnamigen Opener. Und dieser zeigt auch direkt die musikalische Marschrichtung an, die den geneigten Hörer in den folgenden knapp 42 Minuten, verteilt auf insgesamt 11 Songs, erwarten wird. Frei nach dem Motto weniger ist mehr schrauben Still Remains bei ihrem dritten Longplayer ein ordentliches Stück an Härte zurück und setzen stattdessen auf eingängige Melodien und Refrains zum Mitsingen. Doch die neue Sanftheit ist hier keinesfalls als Synonym für Eintönigkeit oder ein Übermass an Kitsch und Melancholie zu verstehen. Trotz der tendenziell ruhigen Atmosphäre gelingt es den Jungs von Still Remains sich im Gesamtbild erstaunlich abwechslungsreich zu präsentieren. Rockige Nummern mit hervorragend interpretierten Gitarrensoli treffen auf Pop-Elemente und Keyboardwände, oder aber auch wunderbar Herzschmerz schwangere Powerballaden. Auch wenn der cleane Gesang eindeutig dominiert haben Still Remains auf derbes Gegrunze und vereinzelte Shouts natürlich nicht gänzlich verzichtet, sondern Selbige immer wieder, allerdings wohl dosiert in einzelne Songstrukturen mit eingebaut.

Trotzdem dürfte dem hartgesottenen Metalhead der dargebotene Stilmix aus Metalcore, Emo, Rock und Popklängen insgesamt wohl eindeutig zu seicht und vielleicht auch einen Hauch zu mainstreamlastig in den Ohren klingen. Freunde guter Rockmusik mit netten Melodien, hauptsächlich cleanem Männergesang und nur vereinzelten Grunzattacken sollten diesem Album aber durchaus eine Chance geben. Denn auch wenn „The Serpent“ nicht mit grossartigen Überraschungen oder Innovationen aufwarten kann, ist es doch alles in allem ein ganz anständiges und solides Abschlussalbum, einer mit insgesamt nur 3 Longplayern, relativ überschaubaren Bandgeschichte geworden.

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Pamela Stahl
Pamela Stahl ist ehemalige Mitarbeiterin von Mindbreed.