An Agonoize scheiden sich die Geister, die einen loben ihre Werke als provokanten und eingänglichen Aggrotech, die nächsten betiteln selbige als stumpfe Retortenmusik ohne große Innovation.
Eins steht jedoch fest: Mit ihrer neuesten Veröffentlichung „Sieben“ gibt es wieder einiges auf die Ohren.

Sieben“ gibt es in zwei Varianten, die „einfachere“ in Form einer Doppel-CD liegt hier zur Rezension vor. Das unspektakulär gestaltete Cover mit Bandlogo, -name und Titel des Albums fällt nicht unbedingt gleich ins Auge. Das Booklet bietet auf den Innenseiten die Lyrics sieben ausgewählter Tracks, während die Rückseite von den sehr ironischen „Sieben Todsünden“ von Agonoize und einem Bandfoto von Szenefotograf Sandro Griesbach geziert wird.

Los geht es auf der ersten CD mit „C.O.A.“, der „Church of Agonoize“. Provokant wird hier Religion und Glauben angeschnitten und Provokation ist auch wieder der rote Faden des neuen Albums. Dabei wird wenig Rücksicht auf political correctness genommen, geschweige denn sich eines gehobeneren Sprachwortschatzes bedient – aber dann würde die Band auch nicht Agonoize heißen.
Interessanterweise gibt es diesmal auch hintergründigere Texte abseits des üblichen „Sex, Blut und Gewalt“-Themas, so handelt beispielsweise „New World Disorder“ vom Umgang der Menschheit mit dem Planeten, auf dem sie leben und pointiert hervorragend die Einstellung gewisser westlicher Politiker mit den Worten „Ich weiß, wir haben viele Tierarten ausgerottet, aber warum besorgt sein? Es gibt doch noch tausende mehr!“.

Die Sounds sind altbewährt, zwar gibt es vermehrt ruhigere Passagen mit ungewohnten Klanggebilden, jedoch dominieren letztenendes brachiale Beats und eingängige Synths auf breiter Ebene, welche die verzerrte Stimme von Frontmann Chris begleiten.
Auch der Clubhit „Koprolalie“ hat es auf den Silberling geschafft, wobei fraglich ist, ob er lediglich Platzfüller ist, da die meisten Agonoize-Hörer dieses Stück auf der ein oder anderen Compilation oder CD sowieso besitzen.
CD 2 bietet weitere sieben Tracks, von denen „Paranoid2007“ den Besuchern der prerelease-Tour bereits bekannt sein dürfte.

Unglaubliche Innovationen sollte man als potentieller Käufer nicht erwartet, hier wird Altbewährtes vertieft, so dass es eine gute und leichtverdauliche Kost darstellt, ohne den Zuhörer all zu sehr zu fordern.
Insgesamt ist „Sieben“ ein durchaus solides Werk, dass mit vielen potentiellen Clubkrachern aufwartet, und förmlich danach schreit, auf dem nächsten Konzert gehörig darauf abzufeiern.

Werbung