Sieben lange Jahre ist es her, da erschien „Machina/The Machines of God“ der Smashing Pumpkins und ansich zeichnete sich vorher schon ab, dass sich die Band durch interne Streitereien und nicht zuletzt wegen Billy Corgan´s egozentrische Art und Weise auflöst. „Zeitgeist“ ist das langersehnte und mit Spannung beobachtete Comeback Album einer Band, die in den 90ern wie keine andere den Alternative Begriff geprägt haben.
Zeitlose Klassiker Album wie „Siamese Dreams“ und das Monumentalwerk „Mellon Collie and the infinite Sadness“ sind längst in den Olymp gestiegen. „Zeitgeist“ ist das Album, was man sich zwischen „Siamese Dreams“ und „Mellon Collie…“ gewünscht hätte. Solider Rock, ganz typisch klar Smashing Pumpkins. Und spätestens seit dem Auftritt beim diesjährigen Rock am Ring waren die Erwartungen an eine Band nie so hoch, auch wenn von der Ursprungsbesetzung nur noch Billy Corgan und Jimmy Chamberlin übrig geblieben sind. Den Bass übernimmt Ginger Reyes und die zweite Gitarre Jeff Schroeder.
Das Album bricht mit „Doomsday Clock“ auf und schon ist man im Smashing Pumpkins Universum. Es rockt und das gewaltig. Billy Corgan´s nasale Stimme ist nach wie vor wie in den 90ern prominent. „7 Shades of Black“ und „Bleeding the orchid“ hätten auch gut in die prä-Mellon Collie Phase passen können. Soweit, so gut. Mit dem 10minuten Epos „United States“ hat die Band eines der stärksten Songs ihrer Geschichte hervorgebracht und dieser zählt für mich zum besten Track auf dem Album.
Doch nicht alles ist so wie früher. Die Dichte, die auf den früheren Alben zu hören war, sei es nun „Adore“ oder auch „Machina“ fehlt völlig. Genauso fehlen James Iha und Melissa Auf der Maur. Sehr viel Mühe bei der Produktion von „Zeitgeist“ haben sie sich ganz sicher nicht gegeben. Wenn man eine der wichtigsten Bands der 90er Jahre war und 7 Jahre als Smashing Pumpkins von der Bildfläche verschwunden ist, dann kann man nicht so ein Album rausbringen. „Zeitgeist“ ist mit Sicherheit nicht das allerschlechteste Pumpkins Album der Band und für eine Rockband völlig ausreichend, aber nicht für die ehemaligen Ikonen, die das Lebensgefühl einer kompletten Generation mitgeprägt haben.
Somit pendelt sich „Zeitgeist“ in einem guten Mittelfeld ein. Richtig vom Hocker reißt es einen nicht und erinnert zu sehr an Corgans Soloausflüge.
Einen richtig dicken Minuspunkt gibt es an die Vermarktung des Albums. Das kommt in Deutschland in 3, bzw. in den USA gleich in 4 verschiedenen Versionen raus. Somit erreicht die Kommerzgier einen neuen, so mir noch nicht bekannt gewesenen unglaublichen Höhepunkt.
Jede Version beinhaltet zunächst alle 12 regulären Tracks. Eine eigens für Amazon.de produzierte exklusiv Version beeinhaltet den Bonustrack „Death from above“, speziell für das Download-Portal iTunes gibt es „Stellar“ und eigens für die Ulmer Drogerie-Kette Müller den Titelrack „Zeitgeist“. Wer also in den kompletten Genuss aller Smashing Pumpkins Titel kommen will, muss also 3 mal den Geldbeutel zücken und kommt somit auf insgesamt fast 50 Euro. Das weiter zu kommentieren kann man sich getrost ersparen, weil es eine offensichtliche Abzocke der Fans ist. Und dafür gibt es ein ganz dickes „Buh!“.
Bonustracks / Album Versionen:
13. Death From Above (Amazon.de exklusiv Edition only)
13. Stellar (iTunes Exclusive Edition only)
13. Zeitgeist (Müller Exclusive Edition only)
Autor: Eniz












