Was hat ein amerikanisches Hotel mit dem neuen Rotersand-Album „1023“ zu tun? Und was kann man von dem neuen Werk erwarten?
Fragen, die dringend einer Antwort bedürfen…
Zunächst einmal zum Album selbst: In gewohnter schwarz-orange Optik gehalten kommt der Silberling daher, neben der CD ist ein 14-seitiges Booklet beigelegt,
welches neben den obligatorischen Lyrics verschiedene Fotos enthält, die vermutlich auf der Amerikatour aufgenommen wurden.
Apropos Amerikatour… da war doch noch der ungeklärte Name.
Um es kurz zu halten: Während besagter Amerikatour kam es, dass die drei Jungs von Rotersand in ihrem Hotel in der untersten Etage festsaßen – ohne Ausweg und ohne Handyempfang. Nachdem sie nach über einer Stunde aus diesem Raum befreit wurden, hatte sich die Nummer ihres Gefängnisses in ihr Gedächtnis eingebrannt – und dreimal dürft ihr raten, welche Nummer dieses Zimmer hatte.
Nach einem ersten Durchlauf im Player wird schnell klar, dass „1023“ nicht zu den Alben gehört, die man beim ersten Hören analysieren, verstehen und mögen kann – zu groß ist die Klangvielfalt und zu ungewohnt der Stil.
Das Album beginnt mit dem Titeltrack „1023 (given time)“, der eine ungewohnte Atmosphäre verströmt. Sehr ruhig, fast schon getragen setzen die Klänge ein und entführen den Hörer zunächst in eine andere Welt.
Dass es aber nicht so weitergehen kann ist klar, schließlich liegt hier ein Rotersand Album vor und keine Kuschelrock-Compilation. Gleich der nächste Track „Rushing“ holt einen wieder auf den Boden der Realität, oder besser, auf die Tanzfläche zurück, denn was hier aus den Boxen kommt ist ist reinster, tanzbarer Electro. Hier knüpfen die Folgetracks „Don´t know“ und „Lost“ an, während ersterer zunächst noch einen Gang zurückschaltet, entfaltet „Lost“ seine volle Power – da wundert es keinen, dass dieses Potential bereits im Vorfeld auf die gleichnamige Single gebannt und auf die Clubs losgelassen wurde!
Doch was wäre ein Rotersand Album ohne die ruhigeren Passagen? „I am with you“ und „The gods have gone insane“ bedienen die Fans der balladesken Rotersand-Momente. Hier entfaltet Rascals Stimme ihr zweites großes Potential und entführt den Zuhörer auf eine gänzlich andere Ebene. Sehr schön und ganz im Sinne vergangener Werke.
Mit „Shelter“ gibt es dann noch einmal etwas auf die Ohren, denn das rein-instrumentelle Stück spart nicht an treibenden Beats und knackigen Rhythmen – und das auf einer Gesamtlänge von über 7 Minuten!
Mit „1023“ ist Rotersand ein hervorragendes Album geglückt, das sich ganz in die Reihe der Vorgängerwerke eingliedert, ohne dass sich die Band selbst kopieren würde. Hier wurde geklotzt, nicht gekleckert, und das merkt man vom ersten bis zum letzten Beat!












