Down Below, besonders Sänger Neo Scope, erinnern optisch an den durch geknallten Willy Wonka aus „Charlie und die Schokoladenfabrik“ und klingen nach einer gitarrenlastigen Pop-Band. Die Musiker wirken auf den ersten Blick nicht anders als viele Bands. Und trotzdem grenzt sie etwas von den anderen ab.
Sie verschweigen weder, wie viele ihrer Kollegen im Musik-Business, irgendwelche musikalischen Einflüsse noch jegliche Herkunft. „Wir sind halt einfach da. Wir sind Down Below aus Nirgendwo …“, behauptet Sänger Neo Scope kryptisch. Anscheinend verkauft sich die Masche gut. Immerhin haben sie schon auf massig Konzerten und Festivals spielen dürfen und werden es auch weiterhin tun. Demnächst werden sie wieder in der Columbiahalle Berlin als Vorband von Type O Negative auftreten.
Bald nun erscheint das Album „Sinfony²³“ vom Haus „Universal Music“ und natürlich soll euch ein kleiner Einblick gewährt werden.
Der Opener „From The Highest Point“ beginnt ruhig, doch schnell wechselt es zum Refrain über, der unbeholfen versucht, dramatisch zu wirken. Der Sänger beschreibt im Text, wie er vom höchsten Punkt auf Knien hinunterfällt, doch musikalisch kommen da einfach die Emotionen nicht rüber. Der Song wirkt wie eine klassische Pop-Nummer ohne Persönlichkeit, die am Schluss mit ein paar härteren Gitarrenriffs beendet wird.
„Sinfony²³“ ist Titeltrack, der im Gegensatz zum vorigen Song wild und energisch ist. Danach eröffnet Neo mit einem eigenartigen Sprechgesang das Theaterspiel. Ein wahrer Trip wird dem Hörer vorausgesagt, was leider leere Versprechungen sind. Obwohl dieser Track abwechslungsreicher wirkt, reißt er noch nicht richtig mit.
Als nächstes kommt „Private Soul Security“. Die Fans können bereits das dazu gehörige Video auf der Bandhomepage begutachten. Die Melodien wirken hier noch verspielter und elektronischer. Die Nummer hat einen Hauch von Synthie-Pop.
Nun folgt „Down Below“, ein bodenständiger Rock, gesungen mit weicher Stimme. Schmunzelnd musste ich beim Hören an diverse Brit-Pop-Bands denken.
Ein wahres Liebeslied ist „Dark Queen“. Dieser Track fängt mit düsteren Herztönen an, die vermutlich die brennende Leidenschaft darstellen. Dann erst folgen die poppigen Melodien mit Schmalz. Wer der süße Alptraum von Herrn Scope ist, wird im Song nicht verraten, aber man merkt, dass er seine finstere Königin sehr ins Herz geschlossen hat.
Ebenfalls auffallend ist „Empty“. Der Text beruht auf einer depressiven Phase des Verfassers, aber auch hier steht wieder dasselbe „Problem“, wie bei „From The Highest Point“. Durch die fast fröhlichen Melodien, verursacht durch die poppige Klimper-Electronic, wirkt der Track nicht gerade authentisch auf den Hörer.
Ein Mischung aus Pop, Rock und Gothic verspricht erstmal viel Abwechslung, aber Sinfony²³ ist ziemlich eintönig und kann sich nicht von der Masse abheben. Witzig ist auch die Tatsache, was sich alles inzwischen als „Gothic“ betitelt. Musikalisch jedoch hat es wirklich nichts damit zu tun. Das Album klingt mehr nach zweitklassiger Pop-Musik mit paar Gitarrenriffs und einer Brise Synthies. Da greife ich persönlich lieber auf klassische Bands wie „Goethes Erben“ zurück.
Autor: Norma












