Subway to Sally - Schwarz in Schwarz

Ich so sehne mich so sehr…“ nach dem neuen Subway to Sally Album „Schwarz in Schwarz„.

Nein, so beginnt das neue Werk der Sieben natürlich nicht, auch wenn manchem Fan diese oder ähnliche Assoziationen bei den ersten Prelistening-Möglichkeiten (wie zuletzte auf dem Feuertal Festival in Wuppertal) gekommen sein mögen.

 

An den Zweijahresrhythmus der Album-Veröffentlichungen hat man sich inzwischen gewöhnt und ist auch froh darum, dass Subway to Sally sich zum einen genügend Zeit lassen, neues Material ausgiebig live zu präsentieren, und zum anderen neue Werke nicht binnen wenigen Wochen aus dem Boden stampfen und alle sechs Monate ein neues Standardwerk veröffentlichen.

 

 

Schwarz in Schwarz erscheint in verschiedenen Formaten – uns lag zur Rezension lediglich eine digitale Version der ersten CD der Fan-Edition vor, welche im Gegensatz zur regulären Edition (11 Tracks, kein Bonusmaterial – 13€ bei Amazon.de) einen zwölften Track enthält, und zudem auf der Bonus-DVD 12 Mitschnitte verschiedener Stücke sowie die Dokumentation „Inside Schwarz IN Schwarz“ enthält. Dafür zahlt man einen minimalen Aufpreis von ~4€ bei Amazon.de, erhält aber auch wesentlich Material. Der Form halber sei darauf hingewiesen, dass aufgrund der DVD-Beigabe diese Version mit einem „schmucken“ FSK-Aufdruck versehen ist, der bei etlichen Fans für Unmut sorgte. Die Band kommentierten dies bereits auf der offiziellen Facebook-Seite.

 

Anmerkung der Redaktion: Da uns das Bonusmaterial nicht vorliegt, behandeln wir unser online-Rezensionsexemplar wie die Standardedition, da wir über die Qualität der Bonus-DVD keine Aussagen treffen können. Aufgrund diverser Probleme mit dem Promotion-Stream erscheint die Rezension zudem erst einige Tage nach dem Release des Albums.

 

 

Also, Scheibe in den Player gelegt (bzw. in unserem Fall im Promopool auf „Play“ gedrückt) und los geht die wilde Fahrt. Gleich der erste Track „Das Schwarze Meer„, der bereits als Vorab-Single veröffentlicht wurde, knallt einem altbekannte Melodien um die Ohren, knarrige Riffs begleitet von Frau Schmitts Geige – so muss ein Subway to Sally Album beginnen, damit einem das Herz gleich höher schlägt!

 

Sanfte Klänge einer Akkustik-Gitarre  und mystische, mönchschor-gleiche Gesänge leiten „Schlagt die Glocken“ ein, Eric steigt mit ruhigem Sprechgesang ein und man stellt sich schon auf ein ruhiges Geplänkel ein, doch: Fehlanzeige! Im Refrain geht der Rest in die Vollen, und so steigert sich das Stück von Strophe zu Strophe immer mehr an Geschwindigkeit und Wucht. Auf jeden Fall eines der gewöhnungsbedürftigeren Stücke, zu denen man sich den Zugang erst durch  mehrmaliges Hören bahnen muss – aber wenn es soweit ist, ein mitreißender und wilder Track!

 

Anno 2005 veröffentlichten Subway to Sally „Nord Nord Ost“ (Mindbreed Review), auf welchem „Jericho“ mit Trompeten eröffnete. „Kämpfen wir“ leitet 6 Jahre später ebenfalls mit Blechblasinstrumenten ein und präsentiert sich zwar nicht als die Innovation schlechthin, aber als grundsolides hardrockiges und energiegeladenes Stück.

Ruhiger geht es mit „Bis in alle Ewigkeit“ weiter – eine gelungene Abwechslung, mit herrlichem Backgroundgesang und perfekt arrangierten Instrumenten. Ein Highlight auf dem Silberling, zu dem man nicht viele Worte verlieren darf – man muss das Stück einfach hören!

 

Nichts ist für immer“ erwähnt Blei in den Füßen – und scheint sich anzuschicken, ein Heilmittel gegen schwere Glieder und müde Köpfe zu werden zu wollen. Das würde ihm ansich auch gelingen, allerdings schickt den geneigten Hörer der Folgetrack „Ins Dunkel“ fast genau dorthin. Wenngleich es weniger dunkel als schwer und balladesk-getragen ist. Fast könnte man meinen, hier seien im Tracklisting die Namen vertauscht worden, passt „Wo Rosen blüh’n“ doch viel besser zu einem ruhigen Stück, und „Ins Dunkel“ mehr zu einem gitarrenlastigen…

Bradykardes Herzschlagen und harte Gitarrenriffs, die entfernt an „Henkersbraut“ und Co. erinnern läuten „Wo Rosen blüh’n“ ein, welches einem nur im perfekt inszenierten Refrain kurze Atempausen gönnt.

 

Ebenfalls 2005 auf „Nord Nord Ost“ befand sich „2000 Meilen unterm Meer“ – 2011 sind es dann nur noch „1000 Meilen“ und man befindet sich nicht mehr unter dem Meer sondern weit von zu Hause entfernt. Nichtsdestotrotz ein schöner, leicht orientalisch anmutender Track.

Mir allein“ beginnt zunächst mit Erics Sprechgesang, begleitet von Akkustikgitarre, bis – ja, bis man sich urplötzlich an Rammstein erinnert fühlt. Das hat man doch so schonmal gehört, auf LIFAD (Mindbreed Review) – dort aber unter dem Namen „Wiener Blut“. Die Parallelen ausser Acht gelassen, präsentieren Subway to Sally hier ein Stück der härteren Gangart, und ganz egal ob und woran es einen erinnert: Es knallt und weiß zu gefallen!

Fast „Am Ende des Weges“ angekommen, schaltet Schwarz in Schwarz nochmal einen Gang zurück, eine ruhige Ballade stellt das vorletzte Stück da. Schön, keine Frage, aber an dieser Position nimmt es doch dem ganzen etwas arg den Wind aus den Segeln.

 

MMXII“ soll den großen Abschluss dartellen – und von dem, was wir hören konnten, stimmt das ganz sicher. Leider war der Stream des letzten Tracks über mehrere Tage defekt, sodass wir das Stück nur zu Bruchteilen hören konnten – aber das gefiel!

 

 

Fazit:

Schüttelt eure Häupter, reckt die Pommesgabeln und stimmt eure Kehlen für den Schrei ein, denn mit „Schwarz in Schwarz“ ist Subway to Sally wieder ein ganz großes Werk gelungen! Eine gute Mischung aus mitreißenden, stürmischen Stücken und sanfteren, balladesken Tracks, die jedoch teilweise die gerade noch aufgestaute Energie im Hörfluss arg unterbrechen.

Noch knapp 3 Wochen, dann beginnt die passende Tour – sichert euch rechtzeitig eure Tickets!

 

 

 

Subway to Sally – Schwarz in Schwarz Tour 2011 – Tickets bei Eventim.de

 

21.10.2011 – Neu Isenburg – Hugenottenhalle
22.10.2011 – Würzburg – Posthalle
23.10.2011 – Ulm – Roxy
25.10.2011 – Berlin – Huxley
26.10.2011 – Hamburg – Docks
27.10.2011 – Köln – E Werk
28.10.2011 – Göttingen – Stadthalle
29.10.2011 – Erfurt – Stadtgarten
30.10.2011 – Leipzig – Werk 2
31.10.2011 – München – Muffathalle
13.12.2011 – Saarbrücken – Garage
14.12.2011 – Stuttgart – Theaterhaus
15.12.2011 – Dresden – Alter Schlachthof
16.12.2011 – Hannover – Capitol

 

 

 

 

 

 

Werbung
Matthias Irrgang
Von Anfang an dabei, lag mein Hauptaugenmerk zunächst vor allem auf der technischen Realisation des Magazins. Inhaltlich habe ich mich über die Jahre vom Allrounder weg, hin zu den Bereichen Konzertfotografie und Newsredaktion entwickelt. Man trifft mich regelmäßig vor den Bühnen diverser Clubs in NRW, sowie auf meinen Pflichtfestivals (M'era Luna, Amphi Festival).