Mehr als drei Jahrzehnte sind Paradise Lost schon dabei, über zwei Millionen verkaufte Alben zeugen auch vom regen Interesse und Können, aber auch Begeisterung für derartige düstere Musik. Die 1988 in Halifax gegründete Band erlangte schnell Bekanntheit als Pioniere des Gothic Metal durch ihre frühen, bahnbrechenden Alben wie das treffend betitelte „Gothic“ von 1991.
Nun, im Jahr 2025, kehrt das Quintett aus Yorkshire mit seinem 17. Album „Ascension“ zurück. Es ist am 19. September 2025 via Nuclear Blast erschienen. Die Review erscheint jetzt, weil ich damals in einem Umzug steckte, beziehungsweise in den Vorbereitungen dazu. Aktuell wieder. Aber ich höre das Werk schon zu lange und möchte das nun auch endlich abschließen.
Produziert von Gitarrist Gregor Mackintosh in den Black Planet Studios in East Yorkshire, mit Schlagzeug- und Gesangsaufnahmen in den NBS und Wasteland Studios in Schweden, durchstreifen die zehn Tracks die gesamte Bandbreite des musikalischen Repertoires der Band.
„Die Leute sollten erwarten, dass wir noch düsterer werden“, scherzt Frontmann Nick Holmes auf die Frage, was die Fans von der Gruppe im Jahr 2025 erwarten können. Doch die Erklärung des Albumtitels und der Texte macht deutlich, dass sie auch in diesem Bereich ihr Handwerk beherrschen.
„Der Albumtitel ist dem Glauben an den Aufstieg in eine bessere Welt entlehnt, in der Fiktion vom Himmel auf Erden, und all den damit verbundenen Anforderungen“, erklärt er. „Im wahren Leben streben die Menschen oft von Geburt an danach, einen besseren Ort zu erreichen, ein besserer Mensch zu werden, ungeachtet der Tatsache, dass der einzige Lohn der Tod ist.“
„Die Texte handeln von allem, was das Leben uns entgegenwirft“, fährt er fort. „Es ist nie vorhersehbar, und gerade deshalb kann es auch beängstigend sein. Wie Menschen mit dem Tod umgehen, welche Krücken sie suchen und wie sich lebensverändernde Situationen auf ihren psychischen Zustand auswirken, ist immer wieder faszinierend.“
„Nach 35 Jahren ist alles bewusst“, sagt Nick. „Bei einem so umfangreichen und vielfältigen Backkatalog ist es schwierig, nicht hundertprozentig sicher zu sein, woher alles kommt. Letztendlich kommt es aber einfach darauf an, ob uns die Musik, die wir machen, gefällt oder nicht. Wenn ja, bleibt sie dabei! Das hat sich seit unserer Jugend nicht geändert.“
„Ironischerweise“, lacht er, „macht traurige Musik immer am meisten Spaß – sowohl beim Hören als auch beim Schreiben, nehme ich an.“
Mit zwölf Songs und etwas über einer Stunde Laufzeit, gibt es hier schwermütige Musik auf die Ohren. Nichts, was Freude und gute Laune verbreitet, sondern wie ein zähflüssiger Sirup in der Raumzeit. Aus dieser Perspektive kann mensch alles in Ruhe betrachten und ansehen, fühlen und lernen.
Aber vielleicht macht die Musik auch jemanden glücklich. Bei mir ist der Genuss von Musik auch immer mit meinem Befinden verknüpft. Mal kann eine düstere Musik mich aus schwierigen Zeiten emporheben. Manchmal nicht, manchmal hält sie mich dort. Stellt sich meistens aber auch als korrekt heraus.
„Ascension“ von Paradise Lost holt mich leider gar nicht ab, wie ich es brauche. Das ist okay. Handwerklich ist es aber trotzdem gut und ein Grund, dass die Fans zufrieden damit sind, gibt es ja auch. Also, eigentlich zwölf Gründe.















