Der Comic „Lydie“ war eine Zufallsentdeckung in einem Offenen Bücherschrank in irgendeiner Stadt. Der Text stammt von Zidrou, 1962 geboren und mit bürgerlichem Namen Benoît Drousie, und die Zeichnungen von Jordi Lafebre. Beide haben schon bei anderen Werken zusammengearbeitet.
In einer vergessenen Sackgasse einer namenlosen Stadt wird ein Kind geboren. Es dauert nicht lange, bis das bezaubernde kleine Mädchen die Herzen aller Bewohner dieser gemütlichen Straße erobert. Spielt es wirklich eine Rolle, dass sie unsichtbar ist? Die Mutter des Kindes brachte ein totes, vaterloses Baby zur Welt.
Doch: Zwei Monate später ist sie überzeugt, dass ihr Kind vom Himmel zurückgekehrt ist. Die Nachbarn bringen es nicht übers Herz, ihr das Gegenteil zu sagen, und spielen mit. Schließlich: „Warum jemandem Schmerz zufügen, wenn es so einfach ist, stattdessen Freude zu schenken?“ … Aber ist Lydie wirklich nur eine Einbildung?
Belgien in den 1930er Jahren. Die an einer Hausfassade angebrachte Madonnenstatue erzählt uns die Geschichte aus ihrer Perspektive, aus dem Off. Eine wunderschöne aber auch traurig-rührende Geschichte.
In der „Gasse des Babys mit dem Schnurrbart“ verlor einst die junge Camille tragischerweise ihr Kind bei der Geburt. Die Bewohner dieser Gasse sehen das Kind nicht, doch sie spielen mit. Sie wollen Camille nicht immer diese traumatische Geschichte erzählen müssen und sind daher dazu übergegangen, empathisch zu sein und es mitzuspielen. Bis auf ein paar junge Kinder, die Camille über als verrückt und ähnliches betiteln.
Gegen Ende gibt es einige überraschende Momente. Das ganze Werk pendelt zwischen traurig und schön, nett, liebevoll, aber auch etwas zu böse (die jungen Kinder). Als Rezipient wusste ich auch oftmals nicht, was die bessere Variante ist. Mitspielen oder Wahrheit. Gefühlstechnisch war das Lesen ebenfalls eine Achterbahnfahrt.












