Karl Bartos ist den meisten sicherlich kein Begriff, doch wenn der Name Kraftwerk fällt, leuchten bei den Liebhabern elektronischer Musik schnell die Augen. Und Karl Bartos gehörte von 1975 bis 1990 zu eben dieser Band. Aus seiner Feder stammen unter anderem die Titel „Tour De France“ und „Das Model“. Nun erschien das neue Soloalbum des Künstlers mit dem Titel Communication.
Artwork: Für uns gab es leider nur die Promoversion im schlichten Pappschuber. Auf dem Cover sind vier Pictogramme – Ein laufender Mensch, ein Telefonhörer, ein Fotoapparat und ein Flugzeug, die zum Titel Communication passen.
Tonqualität: Bereits im Mindbreedmobil klang das Album sauber und besonders der Bass sehr fett. Auf der Referenzanlage kommt der elektronische Sound dann vollends zur Geltung.
Musik: Mit „The Camera“ beginnt das Album poppig und klassisch mit vielen Anspielungen auf die 80er Jahre und den Sound des Synthie Pop. Dazu gibt es mit einer roboterartig verzerrten Stimme den Gesang von Karl Bartos. Bei diesem Titel leuchteten auch meine Augen (und nicht zuletzt die Ohren), denn das Lied klingt als wäre es vor 30 Jahren eingespielt und trotzdem irgendwie neu. Ich fühle mich sofort in eine Zeit versetzt, als Computer noch groß wie Schränke waren und Daten auf riesigen Disketten transportiert wurden. Das darauffolgende „I‘m The Message“ ist dann etwas langsamer mit einem aggressiveren Bass. Auch hier gibt es den Sprachgesang des Meisters. Spannend ist, dass obwohl die Stimme so hart ist, man wählen kann ob man sie im Hintergrund verbleiben lässt oder ihr gespannt zuhört. „15 Minutes Of Fame“ ist dann wieder schneller und spätestens hier merkt man, dass der Künstler in seinem Sprechgesang auch eine sozialkritische Botschaft verbirgt. So heißt es da „Stars ain´t what they used to, they are average people like you and me“. Das kann man direkt auf unsere schnelllebige Kultur mit B und C-Promis beziehen. Die weiteren Titel wechseln im Tempo und es gibt auch ab und an mal deutschsprachigen Gesang. „Life“ ist dann noch einmal ein Elektrodiscohit. Auch dieser Titel klingt wie aus einer anderen Zeit und geht direkt ins Ohr bzw. die Beine. Spannend ist auch Titel 10 „Camera Obscura“ der eine Art Remix des Openers ist. Hier klingt der Sound etwas härter und noch mehr nach dem ursprünglichen Kraftwerksound, den Karl Bartos prägte. „Another Reality“, welches das Album abschließt, ist mir etwas zu langatmig und anstrengend beim Hören. Mein absoluter Lieblingstitel ist der erste Titel „The Camera“, nicht nur wegen meiner Liebe zur Fotografie, sondern wegen seiner musikalischen Stärken. Der Titel schafft genau den Brückenschlag vom Sound der 80er in die heutige Zeit.
Fazit: Mit Communication liefert Karl Bartos ein tolles Album ab. Man kann den Sound seiner Tage bei Kraftwerk bei jedem Titel hören und doch schafft er es sich auch musikalisch weiterzuentwickeln, wie man am Titel „The Camera“ hören kann. Spannend wird es dann beim mehrfachen Hören, wenn man sich Zeit nimmt, die Texte genauer zu verstehen. Von mir also eine absolute Kaufempfehlung für jeden Liebhaber elektronischer Musik.













