Hollywood Vampires – RiseDie Hollywood Vampires haben den Ruf als Allstar-Band mehr als verdient. Mit dem legendären Alice Cooper, dem Aerosmith Gitarristen Joe Perry und Frauenschwarm und Teilzeit-Pirat Johnny Depp mischten die Herren mit ihrem ersten Album und der anschließenden Tour die Musikszene ordentlich auf. Mit „Rise“ besinnt man sich nun auf seine eigenen Stärken und präsentiert fast ausnahmslos eigene Kompositionen.

Bereits „I Want My Now” erschafft eine angenehme, zeitlose Atmosphäre, die Erinnerungen an lange Nächte und Konzerte vor dem geistigen Auge entstehen lässt. Alice zeigt sich in Höchstform und dominiert diesen track nach Belieben. Nach einem kurzen Zwischenspiel wird man zur Single „Who’s Laughing Now“. Eine Nummer, die durch Breaks und Tempiwechsel immer wieder zu überraschen weiß und dabei morbide und humorvoll rüberkommt, ohne dabei auch nur ein Klischee zu touchieren. Einige Vocals übernimmt Johnny Depp, so entwickelt sich ein interessantes Duett zwischen Alice und dem Captain. Mit „The Boogieman Surprise“ zeigen sich die Musiker von ihrer besten Seite. Ein einprägsames Riff und opulente Klänge sorgen dafür, dass dieser Track bereits heute Kultstatus erreicht. Mit Blues- und Südstaatenromantik zeigt sich „Welcome To Bushwackers“. Die entspannte Nummer dürfte auch bei den kommenden Live-Gigs für gute Stimmung innerhalb des Auditoriums sorgen. Nachdenklicher zeigen sich die Musiker mit „You Can’t Put Your Arms Around A Memory“. Hier übernimmt Joe Perry die Gesangsparts und verleiht dem Track ein zeitgemäßes Gewand. Irgendwo zwischen David Bowie und Johnny Thunder pendelt sich der Song ein und orientiert sich dabei stark am Original.
Da wir grade beim Altmeister der alternativen Musik sind, schließt sich direkt ein weiteres Highlight an. Die Coverversion der unsterblichen Hymne „Heroes“ von David Bowie dürfte insbesondere bei den weiblichen Zuhörern für Begeisterung sorgen, denn Johnny Depp singt die Geschichte über die Berliner Mauer im Alleingang und stellt seine musikalische Klasse einmal mehr unter Beweis. In seiner Glanzrolle präsentiert sich Schockrocker Alice Cooper mit dem unwirklichen Epos „Mr. Spider“. Guter Gothic-Rock, der dank der Spoken-Words Passagen noch an Eindringlichkeit gewinnt, dürfte mit zum Besten gehören, das der Altmeister in den letzten Jahren veröffentlicht hat. Psychodelisch-morbid und dabei unbeschreiblich cool wird dieser Beitrag zu einem wahren Diamanten heranreifen. „We Gotta Rise“ empfängt mit einem Trommelsolo und überrascht dann mit einem einprägsamen Refrain, der direkt zum Mitsingen einlädt. Ein besonderes Stück, das definitiv zum Fanliebling mutieren wird. Das Outro „People Who Died“ dürften die meisten Konzertbesucher bereits kennen. Dieses tribut-Stück an verstorbene Musiker gehörte zu den Live-Highlights und schafft es auch auf CD direkt zu überzeugen.

Fazit: Die Hollywood Vampires hauen mit „Rise“ ein zeitloses Rock-Album raus, das die Moderne und Tradition verbindet. Hier kommen sowohl jüngere Fans, als auch Classic-Rock Begeisterte voll auf ihre Kosten. Man darf gespannt sein, wann die Herren endlich wieder Europa beehren und dieses Feuerwerk an besonderen Tracks in unseren Breitengraden abfeuert werden.