Der Name Faun verweist auf die griechisch-römische Mythologie, konkret auf den Hirtengott Faunus (bzw. den griechischen Pan). Die Band selbst betont, dass diese Figur – oft als Natur- oder Waldgeist dargestellt – ihre tiefe Verbindung zur Natur und zu ihrer Musik verkörpert. Passend dazu wählte Oliver Pade das Pseudonym Satyr, eine Gestalt, die eng mit Faunus verwandt ist.

„Pagan“ (engl. für Heide; von lat. paganus „zum Dorf gehörig“) bezeichnet ursprünglich vorchristliche, naturverbundene Glaubenssysteme, die oft polytheistisch und von der Verehrung von Naturgeistern, Göttern und Zyklen geprägt sind. Im modernen Kontext steht der Begriff auch für eine spirituelle oder kulturelle Rückbesinnung auf diese Traditionen – etwa durch Rituale, Symbolik oder Kunst. Das Genre „Pagan-Folk“ kombiniert traditionelle Folkmusik mit Elementen aus heidnischer Mythologie, mittelalterlichen Klängen und oft archaischen Instrumenten wie Drehleier, Nyckelharpa oder Rahmentrommeln. Es zelebriert die Verbindung zur Natur, zu alten Bräuchen und mündlich überlieferten Geschichten. Dass Faun ihr Album „Pagan“ (2022) nannte und ihr bandeigenes Label „Pagan Folk“ heißt, unterstreicht ihre künstlerische Haltung: Die Musik wird zum Klangbild einer zeitlosen, mystischen Welt, in der antike Mythen und moderne Spiritualität verschmelzen. So schließt sich der Kreis zu Faunus/Pan – beide stehen für das Wilde, Ungebändigte und die Magie der Natur, die auch im Pagan-Folk zentral ist.

Faun - Pagan
Faun Pagan

Das elfte Album des Sextetts beschreibt die Gruppe mit den Worten: „Mit mystischen und archaischen Liedern werden hier heidnische Mythen besungen und heraufbeschworen. Mit kraftvollen Rhythmen, alten Instrumenten wie z. B. Drehleier, Moraharpa, Dudelsack und Harfe und mehrstimmigen Gesängen geht dabei die musikalische Reise in den hohen Norden, zu den Kelten, ins alte Finnland und zu den Ursprüngen unserer eigenen Kultur.“

Da ist es gut, dass es mit „Wainamoinen“ Song aus der finnischen Mythologie auf dem Longplayer gibt. „Galdra“ hingegen wird mit Wardruna-Sängerin Lindy-Fay Hella performt. Wenn der isländische Begriff gemeint ist, wird dies mit „zaubern“ übersetzt. Und der Start in das neue Werk ist tatsächlich ziemlich zauberhaft.

Danach folgt „Halloween“ und das Stück wird von dem Sextett so beschrieben: „Um nicht die Verbindung zur Erde zu verlieren, glauben wir ist es wichtig, uns den Wandel der Jahreszeiten mit Hilfe von Jahreskreisfesten bewusst zu machen. Samhain / Halloween ist ein Fest, welches uns helfen kann, uns auf die dunkle Jahreshälfte einzustimmen und unserer Ahnen und Wurzeln zu gedenken.“ Neben dem Frühjahrsfest Beltane ein weiteres Fest, was von vielen genutzt wird.

Düster wird es den Stücken „Lord Randal“, ein dunkles Stück ist auch „Neun Welten“ das wie folgt beschrieben wird: „“Neun Welten” bedeutet uns persönlich sehr viel, steht er doch neben dem Bild der “Neun Welten” aus der germanischen Mythologie, vor allem für eine große Reise, die man durchlebt, auf dem Weg zu einer nötigen Katharsis.

In unserem Fall führt sie zurück zu sich selbst, den eigenen Wurzeln, dem reinen Herz.“

„„Tamlin“ berichtet von einem Jüngling, welcher von der Königin der Feen geraubt und letzten Endes durch die Kraft der Liebe gerettet wird.“ Ebenfalls düster aber auch mit Happy End. Zusammen mit ihren Freunden, der Schweizer Folk-Metal Band Eluveitie, erzählt Faun euch hier die Sage des keltischen Zauberers “Gwydion” im gleichnamigen Song.

Ein durchwachsenes, aber abwechslungsreiches Album hat Faun hier veröffentlicht und präsentiert sich von verschiedenen Seiten. Musikalisch aber auch textlich. Finde ich sehr spannend und ebenso stark ansprechend sowie mitreißend.

Werbung