Das Album „Hex“ ist Anfang September 2025 über Pagan Folk Records erschienen. Sänger und Musiker Oliver erklärt: „Der Albumtitel „Hex“ leitet sich von „Hexe“ ab – dem deutschen Wort für Hexe – und geht weit über das Klischee der bösen Märchenhexe hinaus. Vielmehr möchten wir die verschiedenen Facetten weiblicher Magie in unterschiedlichen Kulturen beleuchten und die berechtigte Frage aufwerfen, warum wir immer noch die bösen Hexen fürchten, anstatt die Menschen, die sie verbrannt haben. Wir sind unglaublich stolz auf das Ergebnis und die Antworten, die wir gefunden haben – und wir können es kaum erwarten, „HEX“ mit euch zu teilen!“

Faun - Hex
Faun Hex

Das erste Stück heißt „Belladonna“ und hat eine gute und eine schlechte Bedeutung. Einerseits ist es die Übersetzung „Schöne Frau“ aus dem Italienischen, andererseits ist es die Bezeichnung für die Tollkirsche, eine bekannte Giftpflanze. Wie Oliver Satyr zum Album erklärt hat, konzentriert man sich auf die eher positiven Seiten der Hexe. Ich würde den Songtitel also als schöne Frau übersetzen. Wenn es mit der Pflanze zu tun haben sollte, aber auch positiv lesen: Hexen waren Kräuterkundige und haben viel Wissen gehabt.

Das bedrückende „Lament“ macht dem Titel alle Ehre, wird doch so ein Klagelied bezeichnet. Danach folgt „Nimue“, eine wichtige Gestalt aus der Artussage und entweder Merlins Lehrerin oder Geliebte.

Zu „Lady Isobel“ sagt Oliver Saty: „ ‚Lady Isobel‘ hat seinen Ursprung in einem meiner Gedichte, das ich über eine liebe Freundin geschrieben habe. Die Lautenbegleitung wurde inspiriert vom Gitarrenspiel etwa eines Nick Drake oder Bert Jansch. Zusammen mit dem großartigen Gesang, dem Flötenspiel, den Synthesizern und Rhythmen meiner Bandkollegen ist ‚Lady Isobel‘ eine wunderbar schwebende Ballade geworden, auf die ich sehr stolz bin.“

Faun haben auch auf diesem Album einige Gäste, darunter Chelsea Wolfe und Fatma Turgut. Die Themen sind ebenfalls wieder vielfältig und musikalisch ebenfalls gelungen. Schon deutlich anders als der Vorgänger „Pagan“. Man beschäftigt sich aber auch hier mit verschiedenen Aspekten, hier viel um Hexe-Dasein, (heidnische) Feste, Umay als vielleicht türkische Variante von Gaia (aber vielleicht mache ich es mir mit dieser Erklärung auch zu einfach) und vieles mehr.

Das neueste Werk kann man sehr gut durchhören und hat Spaß dabei. Die verschiedenen Emotionen sind auch interessant und unterstützen das Hörerlebnis. Guter Longplayer.

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