Nach einem Intro startet das neue Live-Album „In Ecclesia – Live“ von den Königen der Spielleute Corvus Corax, welches kürzlich erschienen ist. Der erste Song ist „Tanz, Mägdlein, tanz!“ aus dem 17. Jahrhundert, das einen – für damalige Verhältnisse – schon einen erotischen Unterton hatte.
Danach folgen vier Stücke, die, zumindest für mein Empfinden, mit dem einen oder anderen Umtrunk in einer (düsteren) Spelunke zu tun hat. Namentlich sind es die Songs „Komm schenket ein“, „Trink, Schwester, trink!“, „In Taberna Secundus“ und „Feiste Swin und roter Wîn“.
Bei „In Taberna Secundus“ könnte es sich um eine Neuinterpretation oder eine Fortführung von „In taberna quando sumus“ („Wenn wir in der Taverne sind“) aus Carl Orffs „Camina Burana“ handeln.
Das siebte Stück nennt sich „Vikingar“ und beschreibt sich thematisch von alleine, denke ich. „Fiach Dubh“ ist ein traditionelles irisch-gälisches Lied, dessen Titel mit „Schwarzer Rabe“ übersetzt werden kann. Das passt auch gut zum Bandnamen, der „Kolkrabe“ bedeutet.
Danach folgt wieder Stimmung in Form von „Sauf noch ein“. „Her Wirt“ schlägt einen ähnlichen Ton an. Das traditionelle mittelalterliche Stück „Mit Dans Is All Die Werlt Genesen“ („Mit Tanz ist die ganze Welt geheilt“) stammt vom Album „Mille Anni Passi Sunt“ („Tausend Jahre sind vergangen“, im Jahr 2000 erschienen) gibt es ein wenig Hoffnung und eine Weisheit: Tanzen hilft.
Auch das erneut nordisch-angehauchte „Skal“ ist durchaus lebensbejahend. Das kann man vom abschließenden Track „Na Lama-sa“ nicht behaupten. Übersetzt kann der Titel „Die Hände“ bedeuten und beschäftigt sich mit Verlust, Vergänglichkeit und Co. Damit beenden die Spielleute das Live-Album mit einem nachdenklichen Titel. Zu allem Spaß und Freud, gehört auch das Leid.
Auf jeden Fall mal wieder eine schöne Sache Corvus Corax zu hören. Finde ich schön, dass es die Band noch gibt und eine Konstante in meinem Leben geblieben ist. Eingestiegen bin ich 1998 mit „Viator“. Danach habe ich mir „Tritonus“ und ein weiteres älteres Album geholt. Direkt angefixt. Fand und finde es super-faszinierend mit den ganzen Sprachen. Gerade die Elemente des Rotwelsch haben mich interessiert und bestimmt auch dazu beigetragen, dass ich Interesse an Fremdsprachen habe.
„In Ecclesia – Live“ ist überaus gelungen und mit einigen mir unbekannten Liedern („Era Metallum“, „Tausend Jahre Tanzmusik“ kenne ich zum Beispiel gar nicht). Auch ohne Rotwelsch-Elemente immer noch interessant. Viele Trink- und Stimmungshits, aber das ist okay. Macht Spaß!














