Mitte Februar 2026 ist das neue Studioalbum „Love Is Not Enough“ von der US-Band Converge erschienen. Es handelt sich dabei um den elften Longplayer, der am 13. Februar 2026 über Epitaph Records und Deathwish Inc. veröffentlicht wurde. Es ist außerdem der Nachfolger zum Kollaborationsalbum mit Chelsea Wolfe aus dem Jahr 2021 und beinhaltet eine stilistische Hinwendung zu ihren einfacheren und härteren Wurzeln.
Converge sind schon seit jeher dafür bekannt, tiefe, emotionale Texte zu haben, die Persönliches ebenso mit einfließen lassen wie universelle Dinge. Schon der Opener und der Titeltrack machen das mehr als deutlich. „Bad Faith“, der zweite Song auf dem Longplayer, lässt sich mit Arglist übersetzen, handelt aber von einer Hilflosigkeit, die man manchmal fühlt, wenn man wirklich gar nichts tun kann für die Person. Man kann nur da sein und hoffen, dass es reicht.
„Distract and Divide“ ist nicht zwangsläufig ein politischer Song, kann man aber als solchen wahrnehmen. Oder zumindest als (sozial)kritischen Track, der beschreibt, das man Wahrheiten vorgesetzt bekommt und eigentlich immer zu spät, was wirklich gespielt wurde. „To Feel Something“ ist wieder ein Stück, das persönlicher Natur ist und lässt viel Interpretationsspielraum, macht aber dennoch deutlich, wie schlecht es Jacob Bannon manchmal wirklich geht. Nicht explizit, aber mit etwas Fantasie und Kenntnis über Depressionen und Ängste et cetera, bekommt der Hörer ein ganz passables Bild. Gleichzeitig kann ich mich darin auch wiederfinden. „Beyond Repair“ fügt sich als Instrumental dort gut ein.
„Amon Amok“ nimmt sich die Dämonologie und macht sie sich zunutze, fügt Amon das Wort Amok hinzu, transportiert es in die heutige Zeit und fertig ist der gnadenlose Track für eine ebenso gnadenlose Welt. „Gilded Cage“ kritisiert die pharmazeutische Industrie und die von ihr ausgelöst Opiumkrise, beschreibt das Leid und das, selbst wenn jemand zur Verantwortung gezogen wird, das niemals das Leid, den Schmerz et cetera aufwiegen wird, den Betroffene und Verwandte erlitten haben.
„Make Me Forget You“ ist etwas, was ich mir schon einige Male herbeigesehnt habe. Aber der Track beschreibt die Zeit während einer Beziehung, in der man sich immer wieder sagt: Bald nehme ich mir die Zeit, um wieder zu dir zu finden, eine Verbindung herzustellen, die alte aufzunehmen, zu erneuern. Aber es passiert nicht und dann ist man Jahre später an ganz verschiedenen Punkten im Leben angekommen. Dann ist es zu spät. „We Were Never The Same“ wird als Ergänzung zu „Make Me Forget You“ beschrieben, als Zeitpunkt, an dem es schon zu spät ist, es wieder gut zu machen. Man kann dann für sich entscheiden, ein besserer Mensch, Freund etc. zu werden, aber man wird das nicht mehr die ehemals geliebte Person sein.
„Love Is Not Enough“ zeigt, dass Kunst, Musik und vieles mehr helfen kann, zu verarbeiten. Die Erkenntnis ist nicht neu, zeigt aber immer wieder, dass die Geschichten, die Perspektiven, die Gefühle nie auserzählt sind. Converge machen das auch auf diesem Album wieder außerordentlich gut, mit viel Härte, aber auch einiges an Melodie, Tiefe und Persönlichen.















