Bela B. Felsenheimer – bekannt als Drummer von Die Ärzte, als Solo-Musiker, Künstler und auch als Autor. Sein neuestes Werk heißt „Fun“ und erschien Anfang 2025 bei Heyne. Der Roman rüttelte nicht nur an einem Baum, sondern an mehreren. Obwohl Rütteln auch nicht korrekt ist, einige Bäume stehen windschief, überhaupt nicht mehr oder haben Geäst und Blätter statt Federn gelassen.

Der Inhalt lässt sich so beschreiben: Fünf Musiker. Drei Konzerte. Eine Provinzstadt.

Eine Woche im Leben der Band nbl/nbl – eine Woche, in der der Erfolg seinen Tribut fordert. Die Band feiert sich selbst, doch der Preis wird nicht von ihr bezahlt.

Drei Frauen kreuzen ihren Weg. Ljilja erlebt im Backstagebereich einen Abend, der zunächst glamourös beginnt und in einer Katastrophe endet. Liane sieht die Band wieder – und mit ihr die Vergangenheit, die sie längst hinter sich glaubte. Maila verlässt das Konzert mit einer Erkenntnis, die ihr Weltbild für immer verändern wird.

Fun von Bela B Felsenheimer (© Heyne Verlag)
Fun von Bela B Felsenheimer © Heyne Verlag

Am Ende dieser Woche ist nichts mehr unberührt – nicht die Band, nicht die Frauen, nicht die Stadt, die sie alle trägt. Auch Freundschaften, Partnerschaften und mehr sind in Mitleidenschaft gezogen worden.

Der Buchtitel ist gegensätzlich zum Inhalt. Es sei denn, der Fokus besteht auf der Band und ihren Perspektiven, dann könnte es stimmen. Also, wenn man blindlings durch die Gegend läuft. Ansonsten auch nicht.

Die Band kürzt ihren Namen Nabel Nabel ab in nbl/nbl und feiert im erhöhten Alter weiterhin gerne mit jungen Damen im Backstage-Bereich, später in einem gesonderten Bereich und noch später sogar in einem Hotelzimmerr.

Die Fassade von allen und allem scheint ihr zu bröckeln. Die Band hilft eifrig, weil sie sich weder zurück- noch ihre Finger und andere Körperteile bei sich behalten kann. Dennoch sind nbl/nbl mit diejenigen, die am wenigsten Schaden nehmen. Den haben nun andere. Dauerhaft vermutlich.

Der Inhalt des Buches ist bedrückend und wird zum Ende hin nicht besser. Am Anfang fallen vielleicht nur ein paar Blätter vom Baum, später steht dieser gegebenenfalls, wenn überhaupt, nur noch windschief. Harz tritt aus seinen Wunden aus, und Tränen aus den Augen der Leserschaft. Das Buch arbeitet und arbeitet im Kopf, im Herz und überall sonst – wenn man es zulassen kann. Gutes Werk, gut geschrieben, aber nervenaufreibend.

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