Die deutsche Formation “In My Rosary” gibt es bereits seit 1992. Sie kann auf zahlreiche Veröffentlichungen zurückblicken; “15″ ist die 15te. Ralf Jesek und Dirk Lakomy bewegen sich seit ihrer ersten Veröffentlichung “Those Silent Years” in der internationalen Alternative/Darkwave-Szene.
Das Album “15″ besticht durch eine unglaubliche Vielfalt an unterschiedlichen Sounds. Die Band schafft es, auf einer CD sowohl Electro, Wave als auch Pop zu vereinigen. Bemerkenswerterweise hat das Album eine Spielzeit von 70 Minuten – das ist die doppelte Länge manch anderer Veröffentlichung.
Beim Intro denkt der Hörer zunächst, er hat es mit einer Liveaufnahme zu tun. Begeisterte Fans, wie auf einem Konzert, stimmen auf den Hörgenuss ein.
“Believe/Because” macht dank der stampfenden Beats Nine Inch Nails alle Ehre. Den nächsten Track “Soul Tide” dominiert eine akustische Gitarre. Der Song verfügt zudem über eine schöne Melodie. “Just like you” ist ein klassisches Wave-Stück mit einem interessanten Gitarren-Solo am Ende des Songs. Der Track “G.T.” ist purer Electro. Diese beiden Songs sind bereits von 1993 und wurden für “15″ neu eingespielt. Die Vielfalt macht sich nicht nur in den Sounds bemerkbar, auch die Lyrics wechseln sich mit Englisch, Deutsch und Französisch ab, wobei Englisch dominiert.
Keine Frage, für dieses Album braucht der Hörer Zeit. Der einzige Schwachpunkt ist der Gesang, der so ganz und gar nicht außergewöhnlich, sondern eher austauschbar ist. Abgerundet wird die CD
durch drei Remixe von Nero (ETERNAL NIGHTMARE), Tobias Birkenbeil (u.a. UMBRA ET IMAGO) und Christian Dörge (SYRIA).
Es fällt mir schwer, den Stil von “In My Rosary” zu klassifizieren; zu facettenreich ist “15″, auch wenn die Wave-Elemente leicht dominieren. Eine interessante Platte aus deutschen Landen, die aber in dieser schnelllebigen Zeit im absoluten Independent-Bereich verschwinden dürfte.
Autor: Katrin












