Wir schreiben den 14. November 2008. Unglaubliche 7000 Fans haben sich im Münchener Zenith versammelt, um gemeinsam mit 6 Mittelalterbarden eine Riesensause zu feiern. Thomas, Birgit, Anna, Ducky, Matthias und Stefan – auch bekannt als Schandmaul – zelebrieren ihr 10 jähriges Bandbestehen und das selbstverständlich mit einem Konzert der Extraklasse.
In ihren Anfängen noch als absoluter Geheimtip gehandelt, gehören die Schandmäuler inzwischen nicht nur zu den ganz großen Namen ihres Genres, sondern können auch mit stolz auf eine feste Fanbase, fernab der mittelalterlich-alternativen Musikszene, zurückgreifen. Nicht zuletzt waren Schandmaul deshalb auch, neben den Kollegen von In Extremo, in diesem Jahr sogar für den Echo nominiert.
Doch zurück nach München, in die Heimat der sympathischen Musiker. Wer zu den glücklichen Besuchern des großen Jubiläumsevents im Zenith gehörte, bekommt nun mit „Sinnfonie“ die Gelegenheit sich diesen unvergesslichen Abend noch einmal in wohlige Erinnerung zu rufen und alle Übrigen dürfen nun erstmalig teil haben an diesem schier überwältigenden Spektakel.
Schnell wird klar, gekleckert wird anders wo, hier wird geklotzt, was das Zeug hält. Das zeigt sich zum einen in der insgesamt 36 Titel umfassenden Setlist mit einer Gesamtspielzeit von unglaublichen 3 Stunden, aber auch in den exklusiven Formaten in denen „Sinnfonie“ auf den Markt geworfen wird.
So bleibt dem kaufwilligen Schandmaulfan, die fast ein wenig überfordernde, Qual der Wahl, ob er „Sinnfonie“ als Doppel CD, als Doppel DVD, als Limited Edition (Doppel CD mit zusätzlichen Songs und Doppel DVD plus Making of), oder aber als exklusive Fan Edition (3fach CD mit der kompletten Show, Doppel DVD plus Making of, „Sinnbilder“ DVD, extra Fan DVD und weiteren Gimmicks in einer schicken Box) erstehen will.
Auf welche Version die Entscheidung auch fallen mag, fest steht das Geld ist bestens investiert. Auch wenn dies nicht der erste Live-Output der Band ist, darf dieses Stück Schandmaulsche Zeitgeschichte definitiv in keiner guten CD bzw. DVD-Sammlung fehlen.
In gewohnt brillianter Qualität entführen die Musiker auf eine kleine Zeitreise durch ihr Schaffen, ohne dabei des wunderbaren Live-Feelings verlustig zu werden. Gänsehautmomente gehören hier definitiv zum Programm.
Abgerundet wird der Bühnenzauber durch Auftritte namhafter Gastmusiker, wie z.B, Frau Schmitt von Subway to Sally, oder Muttis Stolz und Benni Cellini von Letzte Instanz, mit denen man an Anlehnung an die „Weisse Tour“ auch Stücke wie „Die goldene Kette“ dem euphorischen Publikum nochmals gemeinsam präsentiert.
Nach anfänglich, vielleicht nicht gänzlich zu leugnendem, aber bei diesem Event mehr als verzeihlichem Lampenfieber, geben die Schandmäuler ihr Bestes und lassen dabei auch keinen Hit ihrer unvergleichlichen Karriere aus. Zu den großen Momenten zählen die flotten und allseits beliebten Stücke wie „Die Walpurgisnacht“, „Der Hofnarr“, oder aber „Der Kurier“, doch das absolute Highlight ist natürlich für den Abschluss dieses Abends vorbehalten. Und so endet die Reise durch eine Dekade Schandmaul-Songrepertoire mit ihrem wohl schönsten Liebeslied „Dein Anblick“. Man muss ein Herz aus Stein haben, um keine Gänsehaut zu bekommen, wenn 7000 Fans den Refrain dieser musikgewordenen Liebeserklärung mitsingen. Es folgt ein kurzes, gerührtes Dankeschön von Sänger Thomas und unter enthusiastischem Beifall klingt die CD aus.
In ihrem Vorwort zu „Sinnfonie“ betonen Schandmaul, dass sie mit diesem Werk reflektieren, aber sich keinesfalls auf dem bisher Erreichten ausruhen wollen.
Das macht Hoffnung für die Zukunft und so dürfen wir gespannt sein, auf viele, große Schandmaul Momente, die noch folgen werden …












