Sie sind wieder da: Mit „The West Pole“ melden sich die Progressivrocker von The Gathering am 8. Mai zurück. Mit dabei: Die neue Leadsängerin „Silje Wergeland“. Das Album wird mit Spannung erwartet, denn auf die norwegische Sängerin werden große Hoffnungen gesetzt: Wird die Musik von The Gathering mit ihr immer noch so klingen wie zu Zeiten von Anneke van Giersbergen?

Ursprünglich wollte die Band auf dem Album lediglich mit verschiedenen Gastsängern arbeiten und holten zum Beispiel Marcela Bovio von Stream Of Passion und Anne van den Hoogen ins Boot. Als schließlich Silje Wergeland von der norwegischen Band Octavia Sperati anfing, mit der Band an neuen Songs zu arbeiten, war schnell klar, dass The Gaterhing in ihr die neue Sängerin gefunden hatten.

Und wie klingt das Ganze dann? Wer die neue Scheibe mit gemischten Gefühlen einlegt, kann beruhigt sein: Der Sound der Holländer ist immer noch grandios. Während der Einstieg bei „When Trust Becomes Sound“ sehr rockig und experimentell ist, wird es bei „Treasures“ zunächst wieder etwas ruhiger. Die Stimme von Silje Wergeland fügt sich hier wundervoll ins Gesamtgefüge des Songs ein und klingt gar nicht so viel anders als die ihrer Vorgängerin. Das wird noch deutlicher bei „All You Are“. Souverän liegt ihre Stimme über der eingängigen Melodie und klingt mal zart und mal voller Kraft.
Wer die neue Stimme pur genießen (oder inspizieren) möchte, kann das bei „No Bird Call“ tun. Hier wird ihr Gesang nur vom Piano begleitet – Ein ruhiger, trauriger Song mit traumhaft schöner Melodie.

Der namensgebende Titel des Albums „The West Pole“ besticht vor allem durch seine melancholische Atmosphäre. Die getragene Musik ist schwermütig ohne langweilig zu sein. Eine ähnliche Stimmung transportiert „Capital Of Nowhere“, bei dem Anne van den Hoogen den gesanglichen Part übernimmt und dem Lied damit eine träumerische Note verleiht.

Ein ganz besonderes Schmankerl auf der Scheibe ist „Pale Traces“. Zwar ist die Melodie eher unspektakulär, dafür bringt die Mexikanerin Marcela Bovio eine ganz neue Klangfarbe in das Album.

Man hört der neuen The Gathering Platte an, dass die Chemie in der Band stimmt. Die neuen Songs klingen ausgeglichen und nehmen sich Zeit für ruhige und atmosphärische Intros mit experimentellem Touch. Wenn die Niederländer aber mal losrocken, dann hört man, wie viel sie in den letzten 20 Jahren Bandgeschichte gelernt haben: Spannenden Soundeffekte, heroische Gitarrenriffs, clevere Bassmelodien und dramatische Rhythmen – Songs wie „All You Are“ oder „No One Spoke“ stecken mit ihrer vitalen Energie richtiggehend an.

Wirklich, mit „The West Pole“ sind The Gathering wieder zurück. Silje Wergeland ist nicht nur ein würdiger Ersatz für Anneke, sondern scheint auch viel kreativen Input zu liefern. Das Album ist vielfältig und spannend, voller neuer Ideen gemischt mit altbewährten Mitteln. Und vor allem: The Gathering klingen immer noch wie The Gathering und bleiben sich selbst treu. Ein Top Album, das sicher vielen Fans Freude bereiten wird!

Autor: Sylvia

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