Parallel zur Veröffentlichung des neuen Adorned Brood Albums “Noor” kümmern sich die Wikinger nun auch um ihren Backkatalog.
Mit der Doppel-CD „Hiltia/Wigand“ erscheinen zwei frühere, ausverkaufte Alben der Band inklusive neuem Song, Video-Interview und drei Live-Videos. Die alten Tracks wurden alle neu gemastert.

Das Doppelalbum überzeugt vor allem durch das Bonus-Material sowie die kompletten Lyrics im Booklet. Zunächst sind die beiden CD’s 1996 (Hiltia) und 1998 (Wigand) in einer Auflage von 1000 Stück erschienen und sind heute ausverkauft. Die Folge waren Preise von bis zu 90 Euro pro CD im Internet.
„Back to the roots“ lautet das Motto dieser Wiederveröffentlichung. Die Songs sind insgesamt sehr rau und ursprünglich. Beide Scheiben fangen mit einem sehr ruhigen Intro an, bevor es dann in bester Death-Metal Manier eins auf die Zwölf gibt. Einzig die Panflöte bringt Folk-Elemente in die Musik von Adorned Brood.
Insgesamt ist die Qualität der Aufnahme sehr gut; das neue Mastering zeichnet sich also aus. Die Songs „funktionieren“ allerdings leider fast alle nach dem gleichen Schema: tief gestimmte Gitarren, die Panflöte im Refrain sorgt für mehr Ruhe, bevor in den Strophen gebolzt wird. Der Gesang ist immer im Black Metal Stil. Insgesamt ist kaum eine Melodie erkennbar. Einzig „Donerhamer“ sorgt für eine Abwechslung: ein Instrumental im Folklore-Stil mit akustischen Gitarren. Ausnahmsweise mal kein Gebolze.

Die Panflöte ist bei manchen Songs sehr weit nach vorne gemischt und dominiert geradezu. „The Way of the sword“ ist ein Beispiel dafür. Auf “Wigand” wechseln sich der männliche Gesang und der weibliche ständig ab, was für gute Kontraste sorgt. Auch auf dieser CD gibt es genau ein Stück, was aus dem Rahmen fällt. „The Oath“ ist traditionell instrumentiert, auch hier kommen Panflöte und akustische Gitarren zum Einsatz. „Wigand“, der Titelsong, ist mehr als sieben Minuten lang. Für eine Überraschung sorgt „Jord Dvalin“: Dieses Stück besteht aus zwei Teilen. Der erste ist ein klassischer Adorned Brood Song. Nach vier Minuten setzen akustische Gitarren und Panflöten ein und ein Gedicht wird aufgesagt. Nach siebeneinhalb Minuten gibt es jedoch wieder Metal und so schließt sich der Kreis.

Fazit: Aus meiner Sicht ist diese Wiederveröffentlichung nur etwas für Adorned Brood Fans oder Liebhaber dieses Genres. Zu eintönig und monoton sind die Songs, die immer gleich aufgebaut sind. Der Käufer erhält mit diesem Paket wirklich viel geboten, aber aufgrund der musikalischen Einfältigkeit fällt es mir schwer, ein positives Fazit zu ziehen. Interessenten sind mit der aktuellen CD „Noor“ von Adorned Brood deutlich besser bedient. Das Songwriting und die Produktion sind darauf ausgereifter.

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