Wenn ein Album beim französischen Label Prikosnovénie veröffentlicht wird, kann man sich auf Engelsgesänge und Feenklänge verlassen. So auch beim neuen Album „Llydaw“ von Artesia. Die Französische Band besteht seit 2001 und veröffentlicht ihr inzwischen drittes Album bei Prikosnovénie.
„Llydaw“ ist das gälische Wort für die Bretagne. Einen passenderen Titel hätte Artesia für ihr Album kaum wählen können: Das Album erzählt mystische Legenden aus der westfranzösischen Region, und zaubert dabei herrlich verträumte, keltische anmutende Klänge. Passend dazu auch das Album-Artwork: Die italienischen Fantasy-Art-Künstlerin ScarletGothica fertigte die Bilder für das 12-Seitige Booklet an. Dabei wurde sie nicht nur von der Musik inspiriert, sondern auch von den Gesichtern der Bandmitglieder, welche sie merklich ins Charakterdesign mit einfließen ließ.
Das 50sekündige Violinen-Stück „Irree Seose“ eröffnet das Album. Die getragene, keltische Weise stammt ursprünglich von der irischen Isle of Man und klingt sehr melancholisch und schlicht.
“Le Haut-Bois“ hingegen legt mit volltönenden und düsteren Klängen vor. „Le Haut-Bois“ ist definitiv eines der Stücke, die man unbedingt laut hören muss: Dann erst gehen die mystischen und tiefen Gesänge richtig unter die Haut. Ansonsten lebt das Stück hauptsächlich von seiner sakralen Anmutung, welche durch die ständige Wiederholung noch verstärkt wird. Auch „Ver l’Ouest“ und der fünfte Albumtitel „Tempus Est Iocundum“ haben diesen düster-sakralen Flair. Die Lyrics zu Letzterem entstammen übrigens von keiner geringeren, als Hildegard von Bingen.
Gewittrig und düster beginnt auch „Y Ladi Wen“, ehe die melancholische Stimme von Sängerin Agathe ins Spiel kommt. Zusammen mit der hinterlegten Violinen-Melodie und den akzentuierenden Pauken wird das Stück zum traurig-bedrückendem Klangspiel.
Etwas fröhlicher und kurzweiliger wird es beim Instrumentalstück „Lande Sauvage“, welches vor allem durch die markanten Zupfgitarren-Klänge besticht. Genau wie der 7. Albumtitel stammt „Sauvage“ aus der Feder von Loïc, dem neuen Gitarristen der Band.
„Llydaw“ klingt mehr als einmal wie ein Film-Soundtrack a la Herr der Ringe. So auch bei „Le Voyageur“, einem Stück bei dem besonders die träumerische Stimme von Agathe im Vordergrund steht. Im Gegensatz zum, eher düsteren, restlichen Album wirkt das Stück eher entspannend und irgendwie „elfisch“.
Das gesamte Album ist weniger als Begleitmusik geeignet, bietet aber dafür die Möglichkeit, komplett in eine fremde (und ziemlich düstere) Welt einzutauchen. Bombastische Klänge mischen sich mit zarten Gesängen und machen „Llydaw“ zur nicht immer ganz leichten, aber dafür umso beeindruckenderen Kost. Eine besondere Empfehlung für Fans des Herr der Ringe-Soundtracks!
Zu kaufen gibt es das Album momentan nur bei diversen Independent-CD-Shops und beim Label direkt.
Autor: Sylvia












